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Vom Fan zum Profi: Das brauchst du für deine esports-Karriere

Viele esports-Fans träumen davon, selbst einmal ihr Können unter Beweis zu stellen. Denn in der Gaming-Welt werden Profis wie richtige Sport-Stars gefeiert. Wir zeigen den Weg vom Fan zum Profi und deine Chancen auf eine esports-Karriere.

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Am Anfang jeder Sportlerkarriere stand das Staunen. Das ist im esports nicht anders. Was den Profi und seine Fans eint, ist die Liebe zum Gaming.

Egal ob Counter-Strike, Dota 2, StarCraft oder FIFA, ein wahrer esports-Pro liebt sein Spiel so sehr, dass er es quasi zum Vollzeitjob erkoren hat

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Nicht nur Team Liquids Rain begann seine esports-Karriere in StarCraft | © Blizzard Entertainment

“Ich weiß nicht einmal, was ich wirklich machen will oder kann. Mich motiviert gar nichts. StarCraft war das Einzige, das ich wirklich geliebt habe und ich möchte nicht glauben, dass ich mein Leben damit vergeudet habe, StarCraft zu spielen. Es ist immer noch eine der besten Erfahrungen meines Lebens.“

– Starcraft-Profi Rain vom Team Liquid, 6 Jahre nach seinem Rücktritt

Natürlich gehört auch Talent dazu, um es bis zum Pro-Gamer zu schaffen. Anders als bei traditionellen Sportarten formt aber nicht der Körper den Profi. Vielmehr zählen Taktikverständnis, schnelle Reaktionszeiten und besonders Durchhaltevermögen.

Eben diese Eigenschaften machen einen echten esports-Profi aus – egal, ob er alleine spielt oder Teil eines professionellen Teams ist.

Darüber hinaus bietet esports aber noch zahlreiche weitere Karrieremöglichkeiten – viele finden im Coaching oder in der Rolle des Managers ihre Berufung. Und auch die faszinierenden esports-Events brauchen stets Kommentatoren, um die Stimmung anzuheizen.

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Die Fans schauen sich Tricks bei ihren Idolen ab | © ESWC

Esports ist ein wachsender Markt, der in den kommenden Jahren neue Perspektiven in der Gaming-Industrie bereithalten wird. Wenn dein Traumjob mit Videospielen zu tun hat, bietet dir esports einen möglichen Einstieg.

Aber wie und wo fängst du an?

Gemeinsam mit unserer Moderatorin Stefanie Langer schauen wir uns den Profi-Werdegang im esports an und erklären dir, wie du es vom Fan zum Profi schaffst. Im Gespräch mit dem Präsidenten des Deutschen eSports Bundes, Hans Jagnow, erfährt Steffie alles über die Karrierechancen in der Welt des professionellen Gamings und wie es um den deutschen Nachwuchs bestellt ist.

Traumberuf Gamer: Worauf du bei deiner esports-Karriere achten musst

Hast du dich bereits für eines der Spiele entschieden, die den esports 2018 dominieren? Deine Gegner können dir online mittlerweile nicht mehr das Wasser reichen? Und dein Traum war es schon immer, das liebste Hobby zum Beruf zu machen?

Vielleicht ist es dann an der Zeit für dich, über eine Karriere im esports nachzudenken.

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Erfolg im esports fühlt sich gut an, ist aber nicht leicht zu erreichen | © ESWC

Esports ist ein stetig wachsender Markt, der allein im letzten Jahr weltweit mehr als eine halbe Milliarde Dollar Umsatz einbrachte. Schon bald werden die Gewinne sogar die Milliarden-Marke knacken.

Doch die Welt des professionellen Gamings hat so ihre Tücken. Wir erklären dir deshalb, worauf du achten musst, bevor du deine esports-Karriere startest.

Wie du mit esports Geld verdienst

Auch wenn deine Skills an der Konsole oder dem PC ausgereift sein mögen, heißt das noch lange nicht, dass du in kurzer Zeit zum esports-Millionär wirst. Zum Pro-Gaming gehört harte Arbeit, viel Ausdauer und vor allem Geduld.

Es gibt keine Garantie für den großen Erfolg. Bisher können lediglich 40 professionelle Gamer in Deutschland ihren Lebensunterhalt allein durch esports finanzieren. Der Rest muss entweder darauf hoffen, bei Scouting-Events von Vereinen entdeckt zu werden, oder sich hochspielen und von den Teams dabei entdeckt zu werden.

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Auf Events kannst du entdeckt werden | © ESWC

Sich einem Verein anzuschließen ist der wohl sicherste Weg. Top-Teams wie etwa Team Ember zahlen ihren besten Spielern Gehälter in Höhe von 92.000 Dollar netto im Monat. Selbst die Geringverdiener des Teams bekommen noch 70.000 Dollar.

Als Einzelspieler verdienst du im esports hauptsächlich durch Turnierteilnahmen dein Geld. Jedoch musst du dich darauf einstellen, unregelmäßig bezahlt zu werden. Hoch dotierte Turniere, wie der FIFA eWorld Cup finden schließlich nicht jeden Monat statt.

Stattdessen ist es ratsam, wenn du dir ein zweites Standbein als Streamer aufbaust. Viele Pro-Gamer streamen ihre Spiele-Sessions regelmäßig im Internet für ihre Fans. Streaming-Seiten wie Twitch teilen ihre Werbeeinnahmen mit den bekannteren Gamern. Zudem fließt pro neuem Abonnenten ebenfalls etwas Geld auf dein Konto und du kannst nebenbei sogar trainieren.

Um jedoch ein wirklich erfolgreicher Streamer zu werden, musst du dir erstmal eine leidenschaftliche Fanbasis aufbauen und dir einen Namen machen. Ohne Zuschauer gibt es kein Geld. Zusätzlich gibt es dann noch teures Equipment, das du zur Liveübertragung brauchst.

Die Schattenseiten des esports-Geschäfts

Ein teures Streaming-Equipment und unregelmäßige Einnahmen sind nicht die einzigen Kehrseiten im Leben eines Gaming-Pros.

Bevor du dich fit genug für die esports-Karriere fühlst, bedenke, dass innerhalb des esports ein harter Konkurrenzkampf herrscht. Nur ein paar Unkonzentriertheiten und verlorene Matches reichen aus, damit ein besserer Spieler deinen Platz einnimmt.

Der Traumberuf Gamer kann sich manchmal schnell wieder in Luft auflösen.

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Esports-Profi zu sein, heißt auch häufig unter Stress zu stehen | © ESWC

Da du auf Events angewiesen bist, musst du ebenfalls viel reisen und von Hotel zu Hotel ziehen. Nehme diese Gelegenheiten aber nicht als Urlaub wahr, denn zwischen Turnieren heißt es üben, üben, üben! Andere Hobbys kommen da hin und wieder zu kurz.

Solltest du ein Turnier für dich und dein Team entscheiden, vergesse nicht die Gewinnverteilung. Hinter den Kulissen eines esports-Teams sind viele Mitarbeiter am Werken. Die müssen natürlichen ebenfalls bezahlt werden. Erst was nach der Bezahlung der Organisation, des Management, usw. übrig bleibt, gehört dir. Am Ende kann das manchmal weniger sein, als erwartet.

Was kommt nach der esports-Karriere?

Auch wenn es spießig klingen mag: Denke an deine Altersvorsorge! Esports ist zwar eine wachsende Branche, aber dafür noch sehr jung. Ein Rentensystem hat der Sport bisher noch nicht etabliert. Von daher ist es wichtig, an die Zeit nach deiner aktiven Karriere zu denken

Und die wird sehr früh kommen. Im Schnitt gehen Pro-Gamer bereits mit 25 Jahren in Rente. Ab Mitte 20 lässt deine Reaktionszeit nach, die so immens wichtig für deinen Erfolg im esports ist.

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Die Reaktionszeit eines angehenden esports-Profis werden getestet | © Webedia

Welche Optionen gibt es also, sobald du in deinen Zwanzigern nicht mehr aktiv spielst?

Wie in vielen anderen Sportarten hat auch der esports Positionen, die von ehemaligen Topspielern gefüllt werden. Sie arbeiten nun als Berater, Trainer oder Analysten für ihre früheren Teams. Ihre Expertise kann ihnen auch eine Stelle in der Eventorganisation oder sogar als Shoutcaster einbringen.

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Ausbildung. Ein Großteil der Profis verlässt früh die Schule, um sich voll und ganz aufs Gaming zu konzentrieren. Nach der professionellen Laufbahn fehlen ihnen häufig vernünftige Schulabschlüsse, die ihnen eine andere berufliche Zukunft ermöglichen.

Aus diesem Grund will die International e-Sports Federation in Südkorea die e-Sports Academy gründen. Hier sollen Spieler auf ihre Zeit nach der aktiven Laufbahn vorbereitet und ihnen der Einstieg ins reguläre Berufsleben erleichtert werden.

Alles rund um den esports bekommt du hier:

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Manuel Schellhardt
Manuel würde gerne selber Filme machen. Da ihm aber noch das Equipment und know-how fehlt, schreibt er erstmal lieber über Filme und Serien. Vor allem Science-Fiction und Horror haben es ihm angetan.