Black Panther
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Ryan Coogler: Das Juwel hinter Black Panther

Mit Black Panther hat Regisseur Ryan Coogler endgültig bewiesen, dass er zu den ganz Großen in Hollywood gehört. Warum der 31-Jährige heute schon mit Steven Spielberg verglichen wird und was er mit George Lucas gemeinsam hat, erfahrt ihr hier.

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Dass Zufälle und besondere Umstände das Leben eines Menschen entscheidend prägen können, haben in der Vergangenheit schon einige Stars bewiesen. Auch die Karriere von Coogler zählt ohne Zweifel zu diesen speziellen Ausnahmen. Erst 31 Jahre ist der US-Amerikaner alt, hat aber bereits drei äußerst erfolgreiche Filme vorzuweisen. Zuletzt gelang ihm mit dem Marvel-Blockbuster Black Panther sein dritter kommerzieller Erfolg. Fast hätte sein Leben aber auch ganz anders ausgesehen.

Ryan Coogler (links) und Chadwick Boseman am Set von Black Panther. © Marvel Studios
Ryan Coogler (links) und Chadwick Boseman am Set von Black Panther. © Marvel Studios

Über Football an die Uni

Coogler wurde 1986 im kalifornischen Oakland an der San Francisco Bay geboren. Mit seinen Eltern Joselyn und Ira zog er im Alter von acht Jahren nach Richmond, nur rund 15 Kilometer von seiner Heimatstadt entfernt. Dort trieb er seine sportliche Karriere voran, war ein talentierter Sprinter und Footballspieler.

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Der Sport ermöglichte ihm den Zugang zum gehobenen US-amerikanischen Bildungssystem. Nachdem Coogler bereits an einer privaten katholischen Schule Football gespielt hatte, erhielt er ein Sportstipendium und schrieb sich am Saint Mary’s College of California für das Studienfach Chemie ein. Sein Ziel, später einmal Arzt zu werden, kollidierte allerdings mit seinen sportlichen Ambitionen.

Weil die Chemiekurse und das Footballtraining oft parallel stattfanden, wechselte Coogler das Studienfach und widmete sich fortan dem Kreativen Schreiben.


Die Entscheidung für den Football und den Wechsel des Studienfachs sollte sich als glückliche Fügung erweisen – denn Coogler beeindruckte seine Dozentin Rosemary Graham mit seinem ersten eingereichten Text enorm. Darin schilderte der Student eine Situation, in der sein Vater fast in seinen Armen verblutet wäre.

Heute spricht Coogler nicht mehr darüber. Damals schien es ihm aber auf der Seele gebrannt zu haben. Graham lobte vor allem seinen visuellen Schreibstil und empfahl ihm, sich als Drehbuchautor zu versuchen.

City of God als entscheidender Einfluss

Damals lachte Coogler über den Vorschlag. „Ich dachte, sie wäre verrückt“, erzählte er in einem Interview. Trotzdem verfolgte er den Gedanken und produzierte einige Kurzfilme, die von Kritikern gelobt wurden und einige Preise abräumten.

Als Fan von Hollywood-Größen wie Steven Spielberg, Martin Scorsese und John Singleton hatte Coogler klare Vorstellungen von seiner Arbeit. Fast schon bewusstseinserweiternd war für ihn aber das brasilianische Drama City of God. Fortan studierte Coogler asiatische und lateinamerikanische Filme und entwickelte ein enormes Fachwissen.

Das Footballspielen hatte Coogler aufgegeben, als das Saint Mary’s College sein Footballprogramm beendet hatte. Er wechselte an die Sacramento State University, wo er das Studium erfolgreich abschloss.

Danach schrieb er sich an der School of Cinematic Arts der University of South Carolina ein. Die renommierte Schule hatte bereits zahlreiche Hollywoodgrößen hervorgebracht, darunter George Lucas (Star Wars), David S. Goyer (The Dark Knight Trilogie), Ron Howard (A Beautiful Mind), Bryan Singer (X-Men) und Robert Zemeckis (Zurück in die Zukunft, Forrest Gump).

Ein Schicksalsschlag als Initialzündung

Schließlich war es ein Professor, der Coogler den letzten Anstoß gab. Er empfahl seinen Studenten weiter an Hollywoodstar Forest Whitaker, der sich beeindruckt von Cooglers Vorstellungen zeigte.

Kurz zuvor war der Afroamerikaner Oscar Grant in Oakland von einem Polizisten erschossen worden. Die anschließenden Ausschreitungen stimmten den gesellschaftskritisch eingestellten Coogler nachdenklich. Der Wunsch, die letzten Stunden des Erschossenen zu verfilmen, stieß bei Whitaker auf Interesse.

Die Basis meiner Projekte ist immer meine emotionale Affektiertheit. […] Wenn ich von etwas emotional berührt bin, zum Beispiel einer Geschichte, bewältigt mein Gehirn dieses in gewisser Weise, in dem es einen Film darüber macht.

Der Rest ist Geschichte. Coogler drehte seinen ersten Langfilm, der den Titel Nächster Halt: Fruitvale Station tragen sollte, unter schwierigen Umständen. Das Budget betrug weniger als 1 Million US-Dollar, nur zwei Wochen Drehzeit standen zur Verfügung. Einige von Cooglers alten Schulfreunden fungierten als Produzenten. Die berührende Szene in der U-Bahn-Station wurde in einer einzigen Nacht gedreht. Trotz der Schwierigkeiten gewann Nächster Halt: Fruitvale Station beim Sundance Film Festival 2013 gleich zwei Preise und wurde zum besten Film beim Cannes Film Festival gewählt.

Gelobt wurde vor allem die unaufgeregte und authentische Erzählung der letzten Stunden von Grant. Coogler selbst sah den Film aber auch als Liebeserklärung an die Region San Francisco. Auch Hauptdarsteller Michael B. Jordan wurde für seine Darstellung des Oscar Grant gelobt.

Fruitvale Station öffnet Türen

Nach dem Erfolg seines Debütfilms bot das Studio MGM dem Regisseur an, das Rocky-Spin-Off Creed – Rocky’s Legacy zu verfilmen. Coogler, der mit Rocky II aufgewachsen war, nahm dankend an. Sein Vater war großer Fan der Filmreihe mit Sylvester Stallone als Boxer Rocky Balboa und zeigte seinem Sohn vor Footballspielen immer Rocky II, um ihn zu motivieren.

Auch Creed – Rocky’s Legacy entpuppte sich als großer Erfolg. Zum zweiten Mal arbeitete Coogler dabei mit Michael B. Jordan zusammen, der die Hauptrolle des Adonis Creed verkörperte.

Das neueste Kapitel in der Karriere des 31-jährigen Coogler ist der Marvel-Blockbuster Black Panther. Auch hier ist Jordan wieder dabei und spielt den Bösewicht Eric Killmonger. Nicht nur für seine Actionszenen, sondern auch für seine gesellschaftskritischen Ansätze fand Black Panther Anklang bei den Kritikern.

Die Black Community als Leitmotiv

Wie bereits Nächster Halt: Fruitvale Station und Creed: Rocky’s Legacy setzt sich auch Black Panther mit dem Leben der schwarzen Community auseinander.

Bereits in seinem ersten Film wollte Coogler das Leben und das soziale Umfeld von Grant so authentisch wie möglich darstellen. Creed ist im Prinzip eine Charakterstudie seines namensgebenden Hauptdarstellers, der in den vorherigen Rocky-Filmen ehe als Side-Kick abgetan wurde.

Mit Black Panther schuf Coogler schließlich einen Film über die Identität der afro-amerikanischen Bevölkerung, der neben den bombastischen Bildern auch jede Menge nachdenklich stimmende Szenen beinhaltet.


Schon in seinen Kurzfilmen setzte sich Coogler mit der Thematik der afro-amerikanischen Identität auseinander. Seine drei Langfilme führen dieses Motiv fort. Und auch von seinen kommenden Projekten dürft ihr ähnliches erwarten.

Der nächste geplante Film trägt den Titel Wrong Answer und setzt sich mit dem US-amerikanischen Bildungssystem auseinander. Konkret geht es um einen High School-Lehrer, der die Noten seiner Schüler fälscht, um staatliche Zuschüsse zu erhalten. Dieser Vorfall hat tatsächlich stattgefunden. Bisher ist übrigens lediglich ein Schauspieler für Wrong Answer verpflichtet worden. Welcher? Richtig: Michael B. Jordan.

Wo ihr Cooglers Filme sehen könnt

Wenn euch die Lebensgeschichte des Regisseurs beeindruckt hat, wollt ihr euch sicherlich auch die Filme des 31-Jährigen anschauen. Cooglers Hollywood-Debüt Nächster Halt: Fruitvale Station könnt ihr als Abonnenten bei Netflix und Maxdome sehen.

Creed – Rocky’s Legacy gibt es für Abonnenten bei Netflix. Black Panther läuft aktuell noch in den deutschen Kinos.

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Jahrgang 1986, geboren und aufgewachsen in Osnabrück. Interessiert an allem, was mit Comics, Science-Fiction und Fantasy zu tun hat. Außerdem sportverrückt, egal ob Fußball, American Football, Rugby, Basketball oder Tennis. Facial Hair-Buddy von Tony Stark und Steven Strange!
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