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Regisseur Cary Fukunaga: Von Sin Nombre bis Maniac

Cary Fukunaga ist momentan einer der kreativsten Köpfe in Hollywood. Mit der Netflix-Miniserie Maniac beweist er erneut sein Können. Wir geben dir einen Überblick über Fukunagas bisherige Karriere und was die Zukunft für das Multitalent bereit hält.  

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In Hollywood ist gerade wohl kaum ein Filmemacher so sehr gefragt wie Cary Fukunaga.

Der Amerikaner ist ein absolutes Multitalent, was sich auch in seinen bisherigen Arbeiten widerspiegelt. Ob Krimi, Kriegsdrama oder abgedrehte Science-Fiction – es gibt kein Genre, in dem der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Kameramann nicht zu überzeugen weiß.

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Cary Fukunaga bei der Premiere von Beasts of No Nation | © Benjamin Shmikler / Netflix

Nach einer dreijährigen Pause ist Fukunaga nun auf Netflix zurück. In der schwarzhumorigen Sci-Fi-Miniserie Maniac übernahm er nicht nur in jeder Folge die Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch und steuerte die beeindruckende Kameraarbeit bei.

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Auch als Kameramann weiß Fukunaga (rechts im Bild) zu überzeugen | © Michele K. Short / Netflix

Kein Wunder also, dass der vielseitige Fukunaga bald seinen ersten großen Franchise-Film übernehmen wird. Wer ist aber dieser Cary Fukunaga und was kannst du in Zukunft von ihm erwarten?

Wir geben dir einen Überblick über die Karriere des Filmemachers und verraten dir, warum du noch viel vom ihm erwarten kannst.

Wer ist Cary Fukunaga?

Cary Joji Fukunaga kam 1977 in Oakland in Kalifornien auf die Welt. Seine Mutter ist eine Amerikanerin mit schwedischen Wurzeln, sein Vater japanisch-stämmiger Amerikaner in der dritten Generation. Nachdem seine Eltern sich scheiden ließen und erneut heirateten, lebte Fukunaga in verschieden Städten in den USA.

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Fukunaga (l.) im Gespräch mit seiner Maniac-Hauptdarstellerin Emma Stone | © Michele K. Short / Netflix

1999 erwarb er seinen Bachelor-Abschluss in Geschichte an der University of California, in Santa Cruz. Zunächst träumte Fukunaga von einer Karriere als Profi-Snowboarder, entschied sich dann aber doch für den Film. An der Tisch School of the Arts in New York lernte er das Filmhandwerk.

Zunächst machte Fukunaga mit seinem Kurzfilm Victoria para Chino auf sich aufmerksam. Des Weiteren ergatterte er Jobs als Kameramann in den Filmen seiner Freunde und Kommilitonen. Zu den typischen Markenzeichen des Filmemachers gehören das Thema des Verlusts der Unschuld sowie aufwendige Plansequenzen, die ohne Schnitt auskommen.

Sin Nombre: Ein packendes Debüt

Sin Nombre  (Spanisch: ohne Namen) war der erste Spielfilm von Cary Fukunaga, bei dem er Regie führte und das Skript verfasste. In dem Drama erzählt er die Geschichte eines honduranischen Ex-Gangmitglieds (Edgar Flores), der mit der jungen Sayra (Paulina Gaitán) die Grenze zu den Vereinigten Staaten überqueren will.

Fukunaga kam die Idee für Sin Nombre, nachdem er einen Artikel über Migration zwischen der mexikanischen und US-amerikanischen Grenze las. Da der Regisseur selbst fließend Spanisch spricht und Freunde und Familie in Südamerika hat, war ihm eine authentische Darstellung der lateinamerikanischen Gang-Welt und ihrem Slang äußerst wichtig.

Dieser Vorsatz des Films zahlte sich aus: Sin Nombre war ein großer Erfolg bei den Kritikern und Fukunaga wurde auf dem Sundance Film Festival 2009 als bester Regisseur ausgezeichnet.

Sin Nombre ist bei Maxdome verfügbar (Link zur Anzeige).

True Detective: Mit Matthew McConaughey zum Durchbruch

Nach seinem Erstlingswerk widmete sich Cary Fukunaga zunächst der Literaturverfilmung Jane Eyre. Obwohl der Film gute Kritiken bekam und auch kommerziell nicht erfolglos blieb, sollte Fukunaga erst für sein nächstes Projekt die für ihn bis dato größte Anerkennung erhalten. Die Rede ist von der Krimi-Serie True Detective, die wir dir bereits wärmstens ans Herz gelegt haben.

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Die Detectives Hart (Woody Harrelson) und Cohle (Matthew McConaughey) auf Mörderjagd | © Warner / HBO

In der ersten Staffel der atmosphärisch dichten Mörderjagd in den Südstaaten, führte der Kalifornier in jeder Folge die Regie. Darüber hinaus war Fukunaga auch als Executive Producer tätig. Neben den Hauptdarstellern Matthew McConaughey und Woody Harrelson, wurde vor allem Cary Fukunagas Inszenierung gelobt. Für seine Episode „Who Goes There“, wurde er mit einem Emmy ausgezeichnet.

Beasts of No Nation: Neubeginn auf Netflix

Dank des großen Erfolgs von True Detective kam Cary Fukunaga endgültig in die erste Liga der Hollywood-Regisseure an. Sein erster großer Kinofilm sollte auch bald folgen – eine Neuverfilmung von Stephen Kings Es. Obwohl Fukunaga seit 2012 an einem Skript arbeitete und sich bereits mit der Vorproduktion beschäftigte, wurde er allerdings kurz vor Drehbeginn wegen „kreativer Differenzen“ entlassen.

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Der ruchlose Commandant (Idris Elba, Mitte) inspiziert seine Kindersoldat | © Netflix

Der Regisseur wandte sich einem neuen Projekt zu, an dem er zuvor bereits sieben Jahre gearbeitet hatte: Beasts of No Nation. Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Uzodinma Iweala, erzählt Fukunaga von einem Bürgerkrieg in einem nicht benannten afrikanischen Land aus der Sicht eines Kindersoldaten.

Dass der schwere Stoff überhaupt einen internationalen Verleih fand, war Netflix zu verdanken. Damit verbaute sich zwar Beasts of No Nation, bei dem vor allem Hauptdarsteller Idris Elba gelobt wurde, seine Oscar-Chancen, dafür begann aber eine äußerst kreative Zusammenarbeit zwischen Fukunaga und dem Streaming-Service.

Beasts of No Nation ist bei Netflix verfügbar (Link zur Anzeige).

The Alienist & Maniac: Kreativität in Serie

Seine Kreativität konnte sich dafür in einem neuen Projekt umso besser entfalten: Zunächst durch die historische Krimi-Serie The Alienist – Die Einkreisung, die die Geburtsstunde der Kriminalpsychologie nachzeichnet. Fukunagas Abschluss in Geschichte kam in seinen Rollen als Drehbuchautor und Executive Producer bei diesem Projekt ebenfalls nicht ungelegen. Für die Regie war der Sohn zweier Akademiker ebenso vorgesehen, musste aber aufgrund von anderen Verpflichtungen ablehnen.

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Das Ermittler-Team von The Alienist (v. l. n. r. Luke Evans, Dakota Fanning, Daniel Brühl) | © Netflix

Bei dieser anderen Verpflichtung handelte es sich um die Sci-Fi-Serie Maniac, der losen Adaption einer gleichnamigen norwegischen Serie. In dem verschrobenen Genre-Mix spielen Emma Stone und Jonah Hill zwei psychisch verstörte Menschen, die an einer experimentellen Medikamentenstudie teilnehmen, die angeblich all ihre Probleme lösen können soll.

Die Mini-Serie erlaubte es Fukunaga, die volle kreative Kontrolle zu übernehmen. Als Regisseur und Autor bestimmte er nicht nur, wie die vielschichtige Story erzählt wird, sondern prägte auch den einzigartigen Look von Maniac. Die 10 Folgen machen uns äußerst neugierig darauf, was die Zukunft für Cary Fukunaga bereithält.

The Alienist und Maniac sind bei Netflix verfügbar (Link zur Anzeige).

Napoleon & James Bond 25: Die spannende Zukunft des Cary Fukunaga

Obwohl ihm der große Mainstream-Erfolg bisher verwehrt blieb, hat sich Cary Joji Fukunaga schon jetzt einen Namen in der Filmindustrie gemacht. Der 41-Jährige hat nach seinen Achtungserfolgen für Kino und Fernsehen bewiesen, dass er momentan zu den talentiertesten Geschichtenerzählern der Branche gehört. Dementsprechend wird Fukunaga auch in Zukunft bei spannenden Projekten seine Kreativität unter Beweis stellen, auf die wir kaum noch warten können!

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Was plant Fukunaga für die Zukunft? | © Netflix

Zum einen gilt Fukunaga als heißester Anwärter für die Regie bei einer Mini-Serie über Napoleon Bonparte auf HBO. Das von Steven Spielberg produzierte TV-Event basiert auf dem nie realisierten Film über den französischen Feldherren von Regie-Legende Stanley Kubrick. Kubrick, dessen Klassiker 2001: Odyssee im Weltraum zu seinem 50. Jubiläum diesen Sommer wieder im Kino lief, arbeitete mehre Jahre an dem Epos, bis zu seinem Tod im Jahr 1999. Fukunagas einzigartiger Regie-Stil und sein Auge für Details wären sicher von Vorteil, um dem tot geglaubten Projekt neues Leben einzuhauchen.

Interessant klingt aber auch Cary Fukunagas erster Ausflug ins Franchise-Kino. Denn Fukunaga wird beim mittlerweile 25. Bond-Film auf dem Regie-Stuhl Platz nehmen. Bond-Darsteller Daniel Craig wählte höchstpersönlich den Amerikaner aus, nachdem der vorherige Regisseur, Oscar-Preisträger Danny Boyle (Slumdog Millionär), die Produktion vorzeitig verließ. Der unverbrauchte Fukunaga könnte der ideale Filmemacher sein, um die über 50 Jahre alte James Bond-Reihe mit neuen Ideen zu verjüngen.

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Bonds (Daniel Craig) 24. Film Spectre konnte nicht wirklich überzeugen. Kann Cary Fukunaga den 25. retten? | © Sony Pictures

Wie es nach Fukunagas Bond weitergeht, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass wir den spannenden Karriereweg von Cary Joji Fukunaga weiter verfolgen werden.

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Manuel Schellhardt
Manuel würde gerne selber Filme machen. Da ihm aber noch das Equipment und know-how fehlen, schreibt er erstmal lieber über Filme und Serien. Vor allem Science-Fiction und Horror haben es ihm angetan.
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