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Ready Player One: 5 SciFi-Facts, warum die OASIS greifbar nah ist

Ready Player One entführt uns in die virtuelle Realität der OASIS. Hier können wir sein, wer wir wollen. Klingt wie Science Fiction? Mitnichten! Schon die VR-Technik von übermorgen könnte diesen Wahnwitz Wirklichkeit werden lassen. Ab sofort ist der aktuelle Steven Spielberg-Blockbuster auch in der Unitymedia Videothek erhältlich.

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Eine riesige Spielwiese, in der wir auf dem Giganten aus dem All reiten, mit dem Delorean aus Zurück in die Zukunft wilde Wettrennen veranstalten oder den gruseligsten Filmsets aller Zeiten einen Besuch abstatten können: Willkommen in der OASIS.

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Viel mehr als ein gigantisches World of Warcraft: Die OASIS | © 2018 Warner Bros. Entertainment

In diesem Artikel erfährst du:

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– Was die OASIS eigentlich ist
– Wie die Virtual Reality funktioniert
– Inwiefern es sie jetzt schon gibt
– Wie lange wir noch davon entfernt sind
– Ob wir eine solche VR-Welt wirklich wollen

KEINE SPOILER! Um euch die Freude an Buch und Film nicht zu nehmen, umreißen wir die Handlung von Ready Player One nur in groben Zügen. Auf die genaue Beschreibung der dargestellten VR-Technologien können wir hingegen nicht verzichten.

Auf geht’s!

Was ist noch mal die OASIS?

Ready Player One spielt in der dystopischen Zukunft des Jahres 2045: Die Erde ist eine einzige Müllhalde, der Klimawandel unaufhaltbar, die Wirtschaft am Boden, die Gesellschaft gespalten.

Um der Misere zu entfliehen, schuf der geniale Programmierer John Donovan Halliday eine virtuelle Welt, die OASIS. Die Abkürzung steht für „Ontologically Anthropocentric Sensory Immersive Simulation“ und ihre Funktionsweise ist genauso komplex, wie sie sich anhört.

Ungefähr zu vergleichen ist sie mit einem MMO wie World of Warcraft, nur wesentlich mannigfaltiger. Die Oase ist aufgeteilt in verschiedene Sektoren, die alle auf eigenen Regeln basieren. Wer mehr erfahren will, findet Auskunft im inoffiziellen Wiki zu Ready Player One.

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OASIS-Schöpfer Halliday, gespielt von Mark Rylance | © 2018 Warner Bros. Entertainment

In der Buchvorlage ging die OASIS zwar bereits im Dezember 2012 online, doch die rasante Entwicklung der VR-Technik hat uns dieser Vision näher gebracht als je zuvor. Einige Hindernisse auf dem Weg zur absoluten Immersion gibt es aber noch zu meistern.

Bereits heute Realität

Aktuelle VR-Brillen wie die Oculus Rift oder HTC Vive mögen zwar technisch noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Dennoch sind bereits erstaunliche Erfahrungen möglich.

VR-Shooter wie Raw Data oder Robo Recall verhelfen dank Bewegungssteuerung zu einem nie dagewesenen Gefühl der Präsenz in der Spielwelt und weisen damit den Weg in die Zukunft der elektronischen Unterhaltung.

Mir persönlich wurde die Einzigartigkeit von Virtual Reality bewusst, als einer meiner ersten VR-Ausflüge jäh von einem Telefonanruf in der realen Welt unterbrochen wurde.

Hastig legte ich die Motion Controller auf einem Tisch in der Spielwelt ab, um meine Hände frei zu bekommen. Erst der scheppernde Kontakt besagter Controller mit dem Fußboden machte mir klar, dass ich einer Illusion aufgesessen war.

Allerdings hat die heutige VR-Technik noch einige Mängel. Die Bewegung im Raum ist noch sehr eingeschränkt. Kabellose Lösungen sind zwar bereits erhältlich, aber teuer in der Anschaffung und kompliziert in der Installation.

Wer nicht gerade viel Wohnraum zur Verfügung hat, stößt wortwörtlich an seine Grenzen. Völlige Bewegungsfreiheit wie in Ready Player One steckt noch in den Kinderschuhen. Bis auf Weiteres bleiben wir an einen Rechner gebunden.

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Auf derlei futuristische Tretmühlen warten wir noch | © 2018 Warner Bros. Entertainment

Auch die Auflösung aktueller VR-Brillen lässt noch zu wünschen übrig, wenn auch die kommenden 8k-Headsets ein deutlich schärferes Bild versprechen. Von fotorealistischer Grafik aber sind wir noch etwas entfernt.

Trotz dieser Einschränkungen sind die Grundlagen der OASIS bereits zu erkennen. Schon bald wird Virtual Reality leistungsstark und vor allem billig genug sein, dass ihrer Nutzung als Massenmedium eigentlich nichts mehr im Wege steht.

1. Headsets mit Lasern

Die große Besonderheit von Ready Player One ist aber in der VR-Brille selbst versteckt. Im Gegensatz zu heutigen Headsets sind dort nämlich keine Linsen eingebaut, die ein stereoskopisches Bild erzeugen und uns damit eine virtuelle Welt vorgaukeln.

Stattdessen projizieren Laser das Bild direkt auf die Netzhaut des Trägers. Insbesondere das Militär forscht bereits seit den 1980er Jahren an solchen Video-Brillen. Eine jüngere Version ist beispielsweise die Avegant Glyph, die bereits für etwa 750 Euro erhältlich ist.

Allerdings ist die Kinoleinwand zum Mitnehmen noch sehr klobig. Längere Sitzungen werden zudem schnell unangenehm. Bis sie für den Endverbraucher attraktiv genug sind, dürfte es also noch etwas dauern. Doch keine Sorge! So lange können uns auch zusätzlich noch Videospiel-Verfilmungen prächtig unterhalten – trotz Trash!

2. Ganzkörper-Tracking

Um in die OASIS eintauchen zu können, brauchen Spieler nur ein Headset und ein Paar Datenhandschuhe. Letztere sind kaum so futuristisch, wie man meinen könnte.

Besonders auf dem Gebiet des haptischen Feedbacks befindet sich eine Großzahl an Projekten in Entwicklung. Einige davon wirken weitaus fortschrittlicher als alles, was in Ready Player One dargestellt wird.

Die Firma Ultrahaptics beispielsweise arbeitet an einem Projekt, das Feedback mittels Ultraschall sendet. Umständliche Datenhandschuhe könnten damit schon bald der Vergangenheit angehören.

Nicht nur haptische Handschuhe sorgen auf Technologiemessen immer wieder für Aufsehen. Damit wir noch mehr mit der virtuellen Realität verschmelzen können, arbeiten einige Hersteller zudem an sogenannten VR-Treadmills.

In Ready Player One heißen diese tretmühlenartigen Apparaturen Immersion Rigs und werden etwa von den Mitarbeitern des High-Tech-Konzerns IOI ausgiebig genutzt. Damit werden alle Bewegungen des Spielers nahtlos in die virtuelle Realität übertragen.

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Der Immersion Rig erleichtert die Navigation innerhalb der OASIS |  © 2018 Warner Bros. Entertainment

Ähnliche Geräte für derartiges Full Body Tracking sind bereits heute verfügbar, wenngleich sie noch nicht mit sonderlich viel Software kompatibel sind. Der bekannteste Verterter ist das Virtuix Omni, welches aktuell nur als Prototyp existiert.

Derartige Treadmills lösen das Problem der eingeschränkten Fortbewegung. Völlig ohne Einschränkungen kommen aktuell aber selbst diese Geräte nicht aus. Wir sind gespannt, was sich die Ingenieure in den kommenden Jahren noch so alles einfallen lassen.

3. Massive Online-Welten

Schöpfer Halliday entwarf seine Oasis ursprünglich als MMORPG (steht für Massively Multiplayer Online Role-Playing Game). Das bedeutet, dass es sich um eine virtuelle Welt handelt, in der Menschen in andere Rollen schlüpfen.

Dieses Konzept ist natürlich nichts Neues. World of Warcraft fesselt seit Jahrzehnten Millionen von Menschen an den Bildschirm. Komplexere Ableger wie beispielsweise EVE Online kommen sogar mit einem eigenen Wirtschaftssystem daher.

Was die ungeheure Vielfalt der OASIS anbelangt, gibt es auch dafür bereits Beispiele aus der Wirklichkeit. So basiert das Weltraumabenteuer No Man’s Sky auf einem komplexen Algorithmus, der die prozedurale Generierung von 18 Quintillionen Planeten ermöglicht. Auch das VR-Spiel Elite: Dangerous erlaubt dank cleverer Mathematik die Erkundung von Milliarden von Sternensystemen und Planeten.

Elite: Dangerous enthält Milliarden Sternensysteme, die alle erkundet werden können | © Frontier Developments

In Minecraft wiederum wirken die Spieler selbst am Aufbau der Spielwelt mit. So gibt es zahlreiche Instanzen, die Block für Block reale Orte nachgebaut haben – eine Spielwelt, die kollektiv von den Spielern selbst erschaffen wurde, der OASIS also nicht unähnlich.

4. Bitcoins und virtuelle Güter

Der Zugang zur OASIS selbst ist kostenlos. Alles, was man braucht, ist eine Konsole, eine VR-Brille und ein Paar hippe Haptik-Handschuhe.

In der Spielwelt gibt es für Credits aber so ziemlich alles zu kaufen: Kleidung, Waffen, Gegenstände, Treibstoff, Schnellreisen, sogar Gebäude und ganze Planeten werden feil geboten.

Die Kosten dafür werden mit Echtgeld beglichen. Dieses Geschäftsmodell ist mit dem Begriff „Micro-Transactions“ verknüpft und in Gaming-Kreisen nicht gerade beliebt. Ein derartiges Konzept findet sich beispielsweise im digitalen Paralleluniversum Second Life wieder, einem frühen Vorläufer der OASIS.

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Die 3D-Simulation Second Life | © Linden Lab

Die Spieler können sich darin einen digitalen Avatar erstellen und virtuelle Leistungen oder Gegenstände kaufen bzw. verkaufen. Im Spiel selbst funktioniert das über die sogenannten Linden-Dollar, die in reale Dollars umgetauscht werden können. Es ist also möglich, in Second Life-Geld zu verdienen, und eine Reihe Unternehmen haben darin bereits Niederlassungen gegründet.

Auch virtuelle Währungen wie Bitcoins existieren bereits. Damit bezahlen wir ganz normal über das Internet, etwa für eine Pizza, die uns dann per Lieferservice an die Haustür gebracht wird. Dasselbe Prinzip kennen wir von Amazon Fresh.

5. Das Metaverse

Die Oase ist viel mehr als bloß ein Spiel. Als universale Plattform verbindet sie unzählige Welten miteinander.

Dieses Konzept ist auch als Metaverse bekannt. Der Begriff  beschreibt einen kollektiv erlebbaren virtuellen Raum, der durch das Zusammenwachsen unserer „echten Realität“ und der virtuellen Realität entsteht.

Wenngleich das Konzept seinen Ursprung in der Science Fiction hat, lässt sich angesichts des weltumspannenden Internets sehr wohl argumentieren, dass wir bereits heute im Metaverse beheimatet sind.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass künftig auch die Virtual Reality zu einer allgemeinen Plattform zusammenwachsen wird, in der es einen ebenso unendlichen Reichtum an selbst erstellten Inhalten geben wird, wie dies jetzt schon im Internet der Fall ist.

Erste Schritte gehen die VR-Anwendungen Sansar und VRChat, in denen die Spieler mithilfe von Software-Tools eigene Gegenstände, Gebäude und Strukturen erschaffen können.

In VRChat können wir eigene Avatare und ganze Virtual Reality-Welten erstellen.

In hunderten von Welten treffen wir andere Spieler, mit denen wir interagieren, uns per Mikrofon unterhalten oder einfach nur Schabernack treiben können.

Wenngleich die Interaktionsmöglichkeiten noch etwas beschränkt sind, geben uns derlei Programme schon mal einen kleinen Ausblick darauf, was künftig alles sein wird.

Größtes Problem: Die Rechenleistung

Hinsichtlich der technischen Infrastruktur könnte die OASIS ebenfalls in näherer Zukunft wahr werden: Die komplexen virtuellen Welten werden nämlich nicht im Headset der Nutzer oder über deren Computer allein berechnet.

Stattdessen funktioniert das Ganze über ein P2P-Netzwerk, in dem alle angeschlossenen Geräte gemeinsam die Rechenlast tragen. Ein Konzept, das bereits heute (wenn auch im kleineren Maßstab und eher auf umgekehrten Wege) zum Einsatz kommt. Cloud-Computing ist ein anderes Stichwort, das in diesem Zusammenhang häufig fällt. TPCast und Huaweit planen beispielsweise eine 5G-Cloud, die Inhalte ohne PC direkt auf VR-Headsets streamt.

Das wirkliche Problem ist der große Rechenaufwand, um all die Sinneseindrücke in die virtuelle Realität zu verfrachten. Für die völlige Immersion müssten zum Beispiel Geschmackssinn, Geruchssinn und Gefühle an unserem Körper selbst simuliert werden. Der einzige Weg, dies zu tun, ist durch ein Interface, das direkt an unser Gehirn angeschlossen wird.

Derlei Technologien stecken aber noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase und könnten noch Jahrzehnte brauchen, bis sie erfolgreich am Menschen angewandt werden, wie folgendes Experiment zeigt:

Hinzu kommt der ungeheure Aufwand hinsichtlich der Datenübertragung. All diese Daten müssen ja zwischen den Millionen von Nutzern der OASIS hin und her transportiert werden, was eine wahnsinnige Geschwindigkeit erfordern würde.

Ein ähnliches Problem kennt jeder, der schon mal ein Online-Spiel gespielt und mit dem Phänomen Lag in Berührung gekommen ist: Je mehr Leute, je größer die Welten und je größer der Grad an Interaktionen zwischen allen Elementen, desto mehr Bandbreite wird benötigt. Unter den aktuell gegebenen Bedingungen würde eine Welt wie die OASIS schlicht unter der Datenlast zusammenkrachen.

Da hilft dann auch ein Glasfasernetz nicht mehr viel.

Aber wollen wir wirklich in der OASIS leben?

Trotz allem ist es nicht unwahrscheinlich, dass wir uns in wenigen Jahrzehnten in einer sehr ähnlich gearteten Virtual Reality wiederfinden werden. Die eigentliche Frage sollte daher nicht sein, wie lange es noch dauert, sondern ob wir das wirklich wollen.

Nicht nur die Lizenzprobleme einer allumfassenden virtuellen Welt aus Star Trek, Star Wars und Herr der Ringe könnten uns juristische Alpträume bescheren.

Die offensichtlichste Gefahr geht vom Menschen selbst aus. Kriminellen Geistern würden Cheats und Hacks völlig neue Möglichkeiten bieten. Selbst heutige MMOs sind bodenlose Abgründe, die sogar vor Menschenhandel und Prostitution nicht Halt machen. Kaum auszudenken, was die Oasis ohne Kontrollinstanzen bereithalten würde.

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Sieht so die Zukunft von Virtual Reality aus? | © 2018 Warner Bros. Entertainment

Trotzdem muss Virtual Reality ja nicht gleich in einer düsteren Zukunftsvision wie in Matrix enden. Interessanterweise wird VR dieselbe Angst entgegengebracht, die Videospiele über die letzten 30 Jahren entgegen geschlagen ist. Daraus lässt sich leicht das Horrorszenario ableiten, wie die VR-Technologie bei fortschreitender Entwicklung immer mehr Menschen in die selbst gewählte Isolation treibt.

Black Mirror bietet uns zahlreiche düstere Zukunftsszenarien, was bei unbedarfter Nutzung von Technologien alles schief gehen kann. Eine der jüngeren Folgen dreht sich um das VR-Spiel Infinity, das optisch und stilistisch an Star Trek erinnert. Im Laufe der Folge wird die Lage der Figuren immer verzweifelter, als sich herausstellt, dass die Flucht aus der virtuellen Welt unmöglich ist.

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Viele Folgen der Anthologie-Serie Black Mirror wirken erschreckend real  | © Netflix

Welche Zukunftsvisionen aus Blade Runner oder Black Mirror uns noch zu Lebzeiten mit ziemlicher Gewissheit erwarten, hat unsere Kollegin Janna ausführlich beschrieben.

Letztlich sind die psychologischen Folgen einer Welt wie der OASIS noch nicht abzusehen. Gerade jüngere Menschen könnten sich davon schnell beeinflussen lassen. Daher ist sie trotz aller Verlockungen mit Vorsicht zu genießen.

Im Grunde ist es in der Realität doch immer noch am schönsten, findet ihr nicht auch?

Egal ob Popsong, Videospiel oder Zeichentrick-Serie: Ready Player One ist vollgestopft mit Referenzen. Wenn ihr noch mehr Lust auf den Film habt, zeigen wir euch 82 davon:

 

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