eSports

FIFA eWorld Cup 2018: Wie ein Pro die Grand Finals erlebte

Zum dritten Mal fanden die Grand Finals des FIFA eWorld Cups statt. In spannenden Matches wurde der Weltmeister in der Fußballsimulation FIFA ermittelt. Wir sind nach London geflogen und haben das esports-Highlight unter die Lupe genommen.

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Pass, Schuss, Tor! Der Fußball begeisterte in diesem Sommer nicht nur Millionen Zuschauer bei der WM in Russland. Auch eine andere Weltmeisterschaft wurde ausgetragen, bei der die Fans gefühlt sogar mehr Stimmung als im Fußballstadion machten.  

Vom 2. bis 4. August fanden die „Grand Finals“ des FIFA eWorld Cups statt, der Höhepunkt der FIFA esports-Saison. Das unter anderem von Publisher EA Sports gesponserte Turnier wurde in der Arena „The O2“ in London, England, ausgetragen.

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FIFA 19 und der FIFA eWorld Cup wecken das Fußballfieber in dir | © EA Sports

Der Cup ist wahrscheinlich eines der faszinierendsten esports-Events überhaupt.  

Insgesamt zockten 32 Spieler an der Xbox und Playstation um den Jackpot in Höhe von 400.000 Dollar. Dem Weltmeister winkten 250.000 Dollar aus dem Pott. Markenbotschafter des diesjährigen FIFA eWorld Cups war der ehemalige DFB-Spieler und FC Arsenal-Profi Mesut Özil, der vor Ort die Verbindung zweier Welten repräsentierte. Özil kündigte bei dieser Gelegenheit gleich an, dass er sein eigenes esports-Team gerade aufbaut

Ein Star unter den FIFA-Pros gehörte schon vor dem eWorld Cup zu den heißen Favoriten auf den Titel: Michael „MegaBit“ Bittner. Der 19-Jährige Student aus Bochum spielt für den Vfl Bochum 1848 und zeigt seit seiner Qualifikation zur WM 2016 immer wieder seine Klasse.

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Das Offensivmonster aus dem Ruhrgebiet, Michael „MegaBit“ Bittner | © Webedia

Ob auf der PlayStation oder Xbox, MegaBit weiß ganz genau wie er seine Gegner verunsichert und das Match dominiert. Mit seiner aggressiven Spielweise schaffte es MegaBit, die meisten Tore in den Playoffs in Amsterdam zu erzielen und sich für London zu qualifizieren. Sage und schreibe 75 Treffer gingen auf sein Konto.

QUADRATAUGE durfte Michael „MegaBit“ Bittner auf seiner Reise nach London begleiten und das Event durch seine Augen betrachten. Im Gespräch stand uns der FIFA-Weltmeister von 2017 Rede und Antwort.   

Wie seine esports-Karriere begann, wie seine Vorbereitung aussieht und was seine Familie über seinen außergewöhnlichen Beruf sagen, erfährst du in unserem neuen Video.

FIFA als esports: Regeln und Preisgelder

Seit 25 Jahren entwickelt und veröffentlicht EA Sports seine erfolgreiche FIFA-Reihe. Das Franchise fing 1993 mit FIFA International Soccer auf der Nintendo und Sega an.  

FIFAs beliebter Mehrspielermodus sorgte dafür, dass das Game schnell im Competitive-Umfeld bekannt wurde. Bis heute gehört der Sportsimulator zu den wichtigsten Spielen im esports.

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Die Pro-Zocker zeigen ihre Tricks am Controller | © EA Sports

Das weltweit wichtigste Turnier ist der FIFA eWorld Cup. Die Weltmeisterschaft wurde erstmals 2004, damals noch unter dem Namen FIFA Interactive World Cup, ausgetragen. 2018 legten sich die Sponsoren auf den jetzigen Namen fest.

Nicht nur EA Sports präsentieren das Event, auch die FIFA selbst hat den eWorld Cup zur offiziellen digitalen Weltmeisterschaft erklärt. Damit ist der FIFA eWorld Cup das „virtuelle Gegenstück zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft“.

Wir erklären dir, wie der FIFA eWorld Cup ausgespielt wird und welche Summen man als FIFA-Profis gewinnen kann.

Die Regeln beim FIFA eWorld Cup

Professionelle esports-Teams können bei FIFA leider nicht zusammen antreten. Die Spieler zocken nur im Eins-gegen-eins gegeneinander. Das einzige zulässige Equipment ist eine Playstation oder eine Xbox. Es wird zudem eine spezielle Version des aktuellen FIFAs gespielt, die für den Wettbewerb optimiert ist.

Die Qualifikation für den Cup nennt sich der Weg zum FIFA eWorld Cup. Der Weg umfasst zwei großen Turniere sowie vereinzelte Events, bei denen sich die Spieler für die Play-offs qualifizieren können. Jeder FIFA-Spieler, der die aktuelle Version des Games, eine Konsole und einen Online-Account bei EA Sports besitzt, kann am Weg zum FIFA eWorld Cup teilnehmen.      

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Das hatten die Grand Finals des FIFA eWorld Cups 2018 in London zu bieten | © Webedia

Von Millionen Spielern, die sich jedes Jahr auf den Weg begeben, schaffen nur 32 den Sprung ins WM-Finale. Gespielt wird in vier Gruppen, mit 16 Spielern an der Xbox und 16 an der Playstation. Jedes Match besteht aus zwei Spielen, deren Punkte addiert werden. Die Plätze eins bis vier machen den Schritt in die Runde der besten 16. Danach geht es in das konsolenübergreifende Finale. Hier wird jeweils ein Match auf der Xbox und auf der PlayStation gespielt.

Was verdient ein FIFA-Profi?

Du bist schon ein Experte in FIFA und den EA Sports-Account besitzt du sowieso? Vielleicht fragst du dich gerade, ob du nicht auch eine Karriere als FIFA-Pro anstreben solltest.

Wir können dir sagen, es lohnt sich. Nur musst du unbedingt Erfolg haben. Eine Studie der Webseite Casumo zeigte, dass die besten professionellen esports FIFA-Spieler mehr Geld verdienen als 25% der Profis in den vier großen englischen Fußballligen. 

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Bei FIFA ist die richtige Vorbereitung alles | © ESWC

Dank des starken Wachstums im esports und höheren Preisgeldern wird sogar noch mit einer Steigerung in den nächsten Jahren gerechnet. 2016 bekamen Gewinner eines FIFA-Turniers noch 20.000 Dollar Preisgeld. Ein Jahr später lag die Prämie schon bei 200.000 Dollar. Hält der Trend an, werden die Preisgelder 2020 schon bei einer halben Millionen Dollar liegen.

Ein FIFA-Spitzenspieler kann in Deutschland ungefähr 1000 Euro im Monat verdienen. Gehört er einem Team an, kann das Gehalt auf 10.000 Euro monatlich anwachsen. FIFA als Profi zu spielen könnte also zum Vollzeitjob werden.

Jedoch ist die Konkurrenz groß! Jedes Jahr bewerben sich Millionen FIFA-Zocker, um beim eWorld Cup dabei zu sein. Stecke also viel Zeit in dein Training, bevor du vom ganz großen FIFA-Jackpot träumst.

Alles zum esports erfährst du nur hier:

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Manuel Schellhardt
Manuel würde gerne selber Filme machen. Da ihm aber noch das Equipment und know-how fehlt, schreibt er erstmal lieber über Filme und Serien. Vor allem Science-Fiction und Horror haben es ihm angetan.