© Square One / Universum
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Filme

Diese Filme feiern den Sportsgeist

Die olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang sind eines der größten Sport-Ereignisse des Jahres. Wer von den athletischen Meisterleistungen nicht genug bekommen kann, der sollte sich diese drei Filme über echte Ausnahme-Sportler zu Gemüte führen. Sie beruhen auf wahren Begebenheiten und präsentieren Sportsgeist in den unterschiedlichsten Facetten.

Citius, altius, fortius – höher, schneller, stärker, so lautet das olympische Motto. Die diesjährigen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang bilden da keine Ausnahme. Und wie jedes Mal stehen die sportlichen Wettkämpfe im Zeichen des Wetteiferns, des Mitfieberns und der Sportgeschichte, die vom 09. bis 25. Februar geschrieben werden will. Wir stellen euch Filme über Sportler vor, die ihre Geschichten in den Sport-Annalen bereits hinterlassen haben – jeder auf seine ganz eigene Art und Weise.

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Cool Runnings: Eine humoristische Ode an den sportlichen Außenseiter

„Sie haben noch nie echten Schnee gesehen“ , sagt Bobfahrerin Jazmine Fenlator in einem Welt-Interview über ihre Kolleginnen, mit denen sie die diesjährigen Winterspiele in Pyeongchang bestritten hat. Kaum zu glauben, doch die Teilnehmerinnen aus dem karibischen Inselstaat nehmen diesen Umstand sehr gelassen.

Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass Pilotin Jazmine Fanlator-Victorian, Anschieberin Carrie Russel sowie Ersatzpilotin Audra Segree stets das unvergessene Beispiel von vier wagemutigen Sportlern aus der eigenen Heimat vor Augen haben: Rund 30 Jahre ist es her, dass sich zum ersten Mal vier jamaikanische Bobpiloten 1988 auf den Weg zu den Winterspielen ins kanadische Calgary machten.

Auf dieser wahren Begebenheit beruht auch die Handlung des kultigen Sportfilms Cool Runnings. Die Komödie erzählt die Geschichte des jamaikanischen Kurzstreckenläufers Derrick Bannock, für den nach einem Unfall die Hoffnung auf eine Medaille bei den Sommerspielen in Seoul scheinbar in weite Ferne rückt. Gut, dass es ja immerhin noch die Winterspiele gibt. Zusammen mit seinem besten Freund Sanka und Gewinner Irving Blitzer stellt Derrick kurzerhand eine jamaikanische Bobmannschaft zusammen.

Klar, dass die Truppe beim Training echtes Durchhaltevermögen beweisen muss und einiges zu lernen hat. Doch die vier Neulinge lassen sich von niemandem von ihrem Vorhaben abbringen. Die Komödie von 1993 geizt nicht gerade mit Pathos, aber nimmt sich dafür selbst auch alles andere als ernst. Ein Konzept, das aufging. Cool Runnings spielte seinerzeit über 150 Millionen US-Dollar ein.

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Bei den Winterspielen 2018 haben sich die drei Damen es übrigens zum Ziel gemacht, unter die besten 10 zu kommen. Das hat mit Platz 19 leider nicht wirklich geklappt. Im Gegensatz zu den männlichen Kollegen der Achtzigerjahren hat das jamaikanische Frauenbob-Team aber dennoch einige Erfahrungen und Erfolge vorzuweisen, wie zum Beispiel einen siebten Platz beim Weltcup in Winterberg 2017.

Einer der damaligen Helden aus der Heimat begleitet das Damen-Team auf seinem Weg dieses Jahr nach Pyeongchang. Dudley Stokes war seinerzeit einer der vier Jamaikaner, die an den Spielen teilnahmen. Die Chancen für die erste weibliche jamaikanischen Bobmannschaft schätzt er hoch ein: „Ein tolles Team, super Athletinnen mit einer tollen Trainerin“, beteuert Stokes im Interview.

Cool Runnings kannst du dir bei Maxdome ausleihen.

Zeit für Legenden: Sport überwindet alle Grenzen

„Ich wollte nie Teil der Politik sein. Ich bin nicht nach Berlin gekommen, um gegen einen bestimmten Gegner anzutreten. Der Sinn der Olympiade lag für mich immer darin, mein Bestes zu geben, denn der Sieg über sich selbst, ist der beste Sieg, den man nur feiern kann“, erklärte Olympia-Sieger Jesse Owens einst in einem Interview.

Der Ausnahme-Athlet und Weltrekordler schrieb bei den Olympischen Spielen im Sommer 1936 in Berlin Sportgeschichte, war er doch Teil des wohl fairsten Wettkampfes des NS-Regimes in Deutschland. Gleich vier Goldmedaillen gewann der Afroamerikaner in den Disziplinen Sprint und Sprung und widerlegte damit sämtliche vorherrschende Nazi-Ideologien der „Überlegenheit der weißen Rasse“.

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Auf dem Lauf zum Sieg: Athlet Jesse Owens, gespielt von Stephan James. © Square One / Universum

Ein noch herberer Rückschlag für die Nazi-Regierung: Owens größter deutscher Konkurrent und Sportfreund Luz Long umarmt den Afromamerikaner nach seinem Sieg, hält seinen Arm in die Höhe – eine Verbrüderung der Rassen vor den Augen des Führers. Hitler muss im Dreieck gesprungen sein. Nur kurz darauf sollte Führerstellvertreter Rudolf Heß Long eine Notiz zukommen lassen, mit der Verordnung, er solle nie wieder einen „Neger“ umarmen.

Long scherte sich scheinbar wenig darum. Am 11. August 1936 schrieb er in der Neuen Leipziger Zeitung: „Der Kampf der Farben ist beendet. Schwarz war der Beste, einwandfrei der Beste, mit 19 Zentimetern vor Weiß.“

Geschichtsstoff, aus dem Drehbuchautoren-Träume gestrickt sind. Stephen Hopkins Filmbiografie Zeit für Legenden lässt nichts dieser berührenden Story aus. Die Geschichte über den Rekord-Athleten Jesse Owens, seinen sportlichen Sieg über die Nazis und seine Freundschaft mit Luz Long kam 2016 in die deutschen Kinos. Von Owens Studium während der frühen Dreißigerjahre, über die rassistischen Anfeindungen, die Entdeckung seines außergewöhnlichen Talents, bis hin zur Zulassung für die Wettspiele in Deutschland, beweist Regisseur Hopkins bei der Inszenierung viel Feingefühl.

Originalschauplatz Olympiastadion

Luz Long, gespielt von David Cross und Avery Brundage, Joseph Goebbels schärfster Kontrahent und Leiter des Olympischen Komitees, gespielt von Jeremy Irons bekommen wohlverdiente Ehrenplätze in der Sportler-Biographie. Auch wenn die Figur des Jesse Owens im Film durchaus mehr Komplexität hätte vertragen können, überzeugt Stephan James dennoch in seiner Hauptrolle und macht Lust darauf, nicht nur bei Owens besagtem Sieg über sich selbst, sondern auch bei seinem Triumph über Rassenideologien und das NS-Regime zuzusehen. Gedreht wurde am Originalschauplatz, dem Berliner Olympiastadion.

An diesen Ort trieb es übrigens im gleichen Jahr auch das damalige jüngste Team-Mitglied des US-amerikanischen Olympia-Teams, Louis Zamperini. In Angelina Jolies Filmbiografie Unbroken wird die Lebensgeschichte des Leichtathleten detailliert und einfühlsam erzählt. Mit Jesse Owens verband den Amerikaner zwar nicht eine solch treue Freundschaft wie die zu dem Deutschen Luz Long, doch immerhin teilten sich beide ein Zimmer bei den Spielen.

© Universal Pictures
Jack O’Connell spielt Louis Zamperini in Angelina Jolies Unbroken. © Universal Pictures

Die Freundschaft zwischen Owens und Long fand übrigens im Sommer 1943 ein jähes Ende, als Long in Sizilien als Obergefreiter an der Front gegen die Alliierten kämpfte und fiel. Owens starb im Jahr 1980. Selbst die Enkel der beiden Sportlegenden sind heute noch miteinander befreundet.

Zeit für Legenden kannst du über Sky Ticket und Sky Go sehen. Unbroken kannst du dir bei Maxdome ausleihen. Außerdem ist er auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Eddie the Eagle: Warum es sich lohnt, nach den Sternen zu greifen

„Olympia ist vom Wege abgekommen“, sagt einer, der als größter Publikumsliebling in die Geschichte der Olympischen Winterspiele einging im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten. Die Rede ist von Michael Edwards. 1988 in Calgary nahm der Brite im Skispringen teil – und das als völliger Underdog mit unglaublicher Willenskraft und ulkiger Skibrille (wegen der starken Weitsichtigkeit des Trägers). Diese Brille wurde nur kurz darauf zu seinem Markenzeichen, ganz so, wie der Spitzname, dem die Presse ihm verpasste – Eddie the Eagle.

Er habe schon als kleiner Junge davon geträumt, einmal daran teilzunehmen, sagte er in einem Interview. Tatsächlich ging Edwards damals als erster britischer Skispringer in die Sportgeschichte seines Landes ein. Sicher, der 58. Platz bei den Skiweltmeisterschaften in Oberstdorf hätte nicht in vielen Ländern den Weg für die Winterspiele geebnet. Doch für Großbritannien bedeutete der 73,5-Meter-Sprung einen landesinternen Rekord!

© 2016 Twentieth Century Fox
Eddie the Eagle bei der Arbeit: Nach dem Fall ist vor dem Fall. © 2016 Twentieth Century Fox

Britischer Rekordler auf letzten Plätzen

In Calgary belegte er dann auf der Normal- und Großschanze jeweils die letzten Plätze, aber eroberte dafür im Sturm die Herzen des internationalen Publikums. Als Skispringer schlief er in Autos, Schuppen und Kuhställen und verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten. Nach einem Sturz im Jahr 1989 beendete Edwards dann schließlich seine Sportkarriere.

Der Hype um den kultigen Skispringer aus Leidenschaft hält jedoch scheinbar ungebrochen bis heute an. Im Frühjahr 2016 kam die Sport-Filmbiografie Eddie the Eagle – Alles ist möglich in die deutschen Kinos. Regisseur Dexter Fletcher inszenierte die Geschichte um das begrenzt begabte Sporttalent mit viel Humor.

Herzstück des Films sind die Hindernisse, die dem jungen Briten mit dem großen Traum den Weg versperren: Die Eltern, die ihrem Sohn seine Idee unbedingt ausreden wollen, die Knieverletzung, die den Kampf scheinbar unmöglich macht, die fiesen und spottenden Mitstreiter und nicht zuletzt unzählig viele Stürze.

Kein Wunder, dass der Film die Figur des Trainers Bronson Peary, gespielt von Hugh Jackman, hinzuerfindet, um Eddie wenigstens qualifizierten Beistand zu leisten. Taron Egerton spielt im Film das personifizierte Stehaufmännchen Michael Edwards, der nicht an den Spielen teilnimmt um der Beste zu sein, sondern, um seine beste Leistung zu zeigen. Ganz im Sinne der realen Vorlage.

© 2016 Twentieth Century Fox
Meister fallen nicht gleich vom Himmel, sondern erst mal von der Obstkiste. © 2016 Twentieth Century Fox

Eddies Credo: Mehr Leidenschaft, weniger Kommerz

Kein Wunder, das Edwards heutzutage den Hype um die Medaillen, die Sieger, die horrenden Summen, den Druck und das Doping kritisiert. Der Idee fehle es derzeit an mehr Eddie the Eagles, an Menschen, die ihren Sport lieben und dabei sein wollen, aber darum nicht weniger Sportsgeist besäßen als die großen Favoriten. Olympia sei mittlerweile nicht mehr das Fest der Athleten, sondern das der Sponsoren und Marketing-Unternehmen, so Edwards.

Er selbst führt heute übrigens einen Stuckateur-Betrieb, wird als Redner gebucht oder zu Motivations-Seminaren eingeladen. Auf die Frage nach Rat für junge Menschen, die ihren Traum verwirklichen wollen, gibt er eine Antwort, die bodenständiger erscheint, als man geglaubt hätte:

Folge deinem Traum, glaube an ihn. Aber bleibe auch realistisch, kalkuliere Umwege ein, und denke immer daran, dass du vielleicht einen Plan B oder C brauchst.

Eddie the Eagle kannst du dir bei Maxdome ausleihen.

Apropos Plan B: Wer Sportfieber nicht nur auf dem heimischen Bildschirm, sondern auch im Kino erleben will, der sollte sich Craig Gillespies Filmbiografie I, Tonya über das Leben der US-amerikanischen Eiskunstläuferin Tonya Harding nicht entgehen lassen. Denn diese Sportlerin gestand unlängst ein, dass auch sie auf dem Weg zu den Spielen von einem gewissen Plan B wusste. Und der führte damals zu einem der größten Skandale der Sportgeschichte. Kinostart ist der 22. März 2018.

Einen umfassenden Überblick zum Kinofilm gibt’s in unserem Video:

 

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Janna Fund
Autor(in): Janna Fund
Ob ihr's glaubt oder nicht: Ich bin ein echtes audiovisuelles Supergirl. Eine Wonderwoman der Worte und Videos sozusagen. Ich checke Fakten gewissenhafter als Rory, bin kreativer als Carrie und investigativer als Lois und Clark zusammen. Lasst uns die digitale Welt zusammen retten!

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