Das Bild zeigt Diego Luna als Felix Gallardo.
© Netflix/Carlos Somonte
Serien

Narcos: Mexico auf Netflix – Félix Gallardo und seine wahre Geschichte

Die 4. Staffel der Netflix-Serie Narcos entführt euch ab dem 16. November ins Mexiko der 1980er-Jahre. Offiziell handelt es sich bei Narcos: Mexico allerdings nicht um eine Fortsetzung der 3. Staffel, sondern um eine eigenständige Serie, die ihre ganz eigene Geschichte rund um den berüchtigten Drogenlord Félix Gallardo erzählt.

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In den Medien und im Volksmund wurden Miguel Ángel Félix Gallardo, kurz Félix Gallardo, einige Spitznamen verpasst. El Padrino (Der Pate), Jefe de Jefes (Boss der Bosse) und Kokain-Zar sind nur eine kleine Auswahl davon. Verkörpert wird Gallardo von Star Wars: Rogue One-Star Diego Luna. Doch wer steckt hinter dem Mythos? Wir erklären es euch.

Félix Gallardo: vom Würstchenverkäufer zum Bundespolizisten

Detailliert setzte sich Jerry Langton 2011 in seinem Buch Ganglands: The Rise of the Mexican Drug Cartels from El Paso to Vancouver mit Félix Gallardo auseinander. Der auf organisierte Kriminalität spezialisierte Autor zeichnet ein faszinierend erschreckendes Bild des Mannes, der 1946 in der mexikanischen Großstadt Culiacán im Bundesstaat Sinaola an der Pazifikküste geboren wurde.

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Als Kind verkaufte Félix Gallardo Hähnchen und Würstchen von seinem Fahrrad aus. Nach seinem Studium ließ er sich zum Bundespolizisten ausbilden und arbeitete in den späten 1960er-Jahren als Bodyguard für den Gouverneur von Sinaola. Und dass, obwohl Félix Gallardo bei einer Körpergröße von 1,87 Metern gerade einmal 73 Kilogramm auf die Waage brachte.

Der erste mexikanische Drogenboss als Mentor für Félix Gallardo

In seinem Job als Bodyguard lernte Félix Gallardo Pedro Avilés Pérez kennen, der mit seinem  „Familienunternehmen“ seit der Prohibition Alkohol und später auch Marihuana in die USA schmuggelte. Von vielen Experten wird Avilés Pérez als erster Drogenlord Mexikos angesehen.

© Carlos Somonte/Netflix
Innovativ wie sein Mentor: Diego Luna als Félix Gallardo in Narcos: Mexico. | © Carlos Somonte/Netflix

Avilés Pérez entwickelte sich zu einem Mentor für Félix Gallardo. Erfolg hatte der Mexikaner vor allem durch seine innovative Vorgehensweise. Als erster Drogenhändler nutzte er Flugzeuge und weitreichende Bestechung von US-Polizisten, um einen reibungslosen Schmuggel zu garantieren. Genau das war auch die Aufgabe von Félix Gallardo: Er sollte Polizisten und Beamte bestechen und wenn nötig einschüchtern.

Der Aufstieg mit dem Guadalajara-Kartell und Rafael Caro Quintero

Als Avilés Pérez 1978 von mexikanischen Bundespolizisten erschossen wurde, erbte Félix Gallardo die Organisation und kontrollierte praktisch im Alleingang den Drogenhandel in die USA über die Party- und Grenzstadt Tijuana. Während seiner Arbeit für Avilés Pérez hatte Félix Gallardo Bekanntschaft mit Rafael Caro Quintero und Ernesto Fonseca Carrillo gemacht.

Narcos: Mexico - Tenoch Huerta, Diego Luna, Joaquín Cosío. | © Carlos Somonte/Netflix
Das mächtige Drogentrio in Narcos: Mexico – Tenoch Huerta, Diego Luna und Joaquín Cosío. | © Carlos Somonte/Netflix

Caro Quintero, in Narcos: Mexico von Tennoch Huerta (Sin Nombre) gespielt, gründete später zusammen mit Félix Gallardo das berüchtigte Guadalajara-Kartell und gehört heute zu den meistgesuchten Männern der Welt. Die Belohnung für seine Verhaftung beträgt satte 20 Millionen US-Dollar.


Fonseca Carrillo, der den Spitznamen „Don Neto“ trug und in Narcos: Mexico von Joaquín Cosío (The Strain) verkörpert wird, gehörte ebenfalls zur Führungsriege des Guadalajara-Kartells und steht heute unter Hausarrest. Seine 40-jährige Strafe wird 2025 auslaufen.

Kooperation mit den Erzfeinden von Pablo Escobar

In den frühen 1980er-Jahren verschärften die US-Behörden die Kontrollen im Golf von Mexiko und vor der Küste Floridas und erschwerten vor allem den südamerikanischen Drogenkartellen den Handel über den Seeweg.

Die kolumbianischen Kartelle suchten deshalb eine Alternative über den Land- und Luftweg und stellten so den Kontakt zu Félix Gallardo her. Als Mittelsmann fungierte dabei Juan Matta-Ballesteros, der gute Beziehungen zum Cali-Kartell hatte. Das Cali-Kartell galt damals als der Erzfeind vom Medellin-Kartell, das von Pablo Escobar angeführt wurde. Ob er seinen inoffiziellen Titel als „Robin Hood von Kolumbien“ wirklich gerecht wurde, haben wir euch bereits genauer erklärt.

Narcos ist bei Netflix verfügbar (Link zur Anzeige).

Félix Gallardo und Co. verlangten für den Transport der Drogen durch Mexiko kein Geld von den kolumbianischen Kartellen, sondern behielten die Hälfte der Ware einfach für sich. Das äußerst profitable Vorgehen spülte viel Geld in die Kassen des Kartells – Schätzungen gehen von rund 5 Milliarden US-Dollar jährlich aus.

Joaquín Guzmán: Vom Chauffeur von Félix Gallardo zur Netflix-Serie El Chapo

Während dieser Zeit lernte Félix Gallardo auch Joaquín Guzmán kennen, der zunächst als Chauffeur für den Drogenboss arbeitete. Guzmán hatte sich durch seine brutale Vorgehensweise während der Anfänge seiner kriminellen Karriere einen Namen gemacht. War ein Drogentransport unpünktlich, erschoss er den Kurier eigenhändig.

Guzmán stieg innerhalb des Kartells schnell auf und sollte später unter seinem Spitznamen „El Chapo“ weltbekannt werden. Die US-Regierung bezeichnet den inzwischen verhafteten Guzmán als einen der gefährlichsten Männer der Welt und schätzt, dass der Einfluss von „El Chapo“ dem von Pablo Escobar ebenbürtig ist. Guzmán wird in Narcos: Mexico von Alejandro Edda (Fear the Walking Dead) gespielt.


Guzmán hatte bereits einen großen Auftritt in der Netflix-Serie El Chapo. Dort wird der Drogenboss von Marco de la O verkörpert. Auch Félix Gallardo ist in der Krimiserie vertreten, gespielt von Ricardo Lorenzana. Víctor Rodríguez, der auch in Narcos dabei ist, schlüpft in El Chapo in die Rolle von Gallardo-Mentor Pedro Avilés Pérez. Sogar Pablo Escobar (Mauricio Mejía) ist mit dabei.

El Chapo erzählt die Geschichte des gefährlichsten Mannes der Welt über 3 Staffeln. Für Aufsehen sorgte aber nicht nur die Serie, sondern auch die mexikanische Schauspielerin Kate del Castillo, die engen Kontakt zu El Chapo pflegte. Aktuell ist der Drogenlord sogar wieder in den Schlagzeilen, weil sein Prozess in den USA begonnen hat.

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Kiki Camarena und ein Komplott gegen Félix Gallardo

Zurück zu Narcos: Mexico. Félix Gallardo war schon lange auf dem Radar der US-Behörden, speziell dem der Drogenbehörde DEA. Allerdings wussten die Amerikaner lange nichts von den Ausmaßen des Handels. Deshalb sollte ein Undercover-Agent sich in das Guadalajara-Kartell einschleichen. Enrique Camarena, genannt Kiki, übernahm diesen Job und wurde schnell ein enger Vertrauter von Gallardo. In Narcos: Mexico spielt Ant-Man-Star Michael Peña den Ermittler.

Narcos: Mexico Michael Pena | © Carlos Somonte/Netflix
Michael Pena spielt den Undercover-Ermittler Kiki Camarena in Narcos: Mexico. | © Carlos Somonte/Netflix

Die Aktivitäten von Camarena setzten Ereignisse in Gang, die den weltweiten Drogenhandel grundlegend verändern sollten. Der US-amerikanische Familienvater mit mexikanischen Wurzeln wurde zu einer zentralen Figur im Kampf gegen die Drogenkartelle. Mehr wollen wir euch an dieser Stelle aber nicht verraten.

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Jahrgang 1986, geboren und aufgewachsen in Osnabrück. Interessiert an allem, was mit Comics, Science-Fiction und Fantasy zu tun hat. Außerdem sportverrückt, egal ob Fußball, American Football, Rugby, Basketball oder Tennis. Facial Hair-Buddy von Tony Stark und Steven Strange!
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