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Lisbeth Salander: Noomi Rapace, Rooney Mara oder Claire Foy?

Die von Stieg Larsson erfundene, ikonisch-geniale Figur Lisbeth Salander wurde bisher von drei unfassbar talentierten Darstellerinnen verkörpert. Sie alle spielen stark – doch welche ist die beste? Die Schwedin Noomi Rapace, die US-Amerikanerin Rooney Mara oder doch Claire Foy, die aktuelle Lisbeth aus dem neuesten Teil Verschwörung?

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Fede Alvarez, der Regisseur des aktuellen Millennium-Films Verschwörung, bezeichnete die Figur Lisbeth Salander jüngst als feministische Ikone. Kein Wunder, denn ihre Gegner in Stieg Larssons düsterem Universum sind vor allem machtbesessene Männer und Fremdbestimmung.

Anlässlich unseres Nordic Noir-Themenspecials beleuchten wir das Phänomen der düster-abgründigen Krimis und Thriller aus Skandinavien. Lies hier nach, welche Nordic Noir-Serien neben Die Brücke die besten sind und finde in unserem Psycho-Quiz heraus, welcher skandinavische Ermittler in dir steckt. Außerdem erfährst du im Video, ob Verschwörung mit Darstellerin Claire Foy überhaupt noch in die Millennium-Trilogie passt. 

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Mit dem Kinostart von Verschwörung stellen sich zunächst natürlich zwei Fragen: Was macht die mürrische Hackerin zu einer so spannenden Figur? Und wer ist jetzt eigentlich die beste Lisbeth Salander? Kann The Crown-Star Claire Foy ihre Vorgängerinnen Noomi Rapace aus der schwedischen Originaltrilogie und Rooney Mara aus der David-Fincher-Version ausstechen? Erfahre es hier.

Lisbeth Salander: Opfer, Rächerin und feministische Ikone

Zeit ihres Lebens erleidet Lisbeth schrecklichstes Unrecht: Schon als Kind wird sie in die Psychiatrie zwangseingewiesen, auch später noch von ihrem gesetzlichen Vormund brutal vergewaltigt und missbraucht. Dann nimmt sie das Recht aber selbst in die Hand. Sie weiß, dass niemand sonst sie retten wird.

Auf ihrem Rachefeldzug hilft Lisbeth die Tatsache, dass sie eine fähige Hackerin ist. Im aktuellen Nordic Noir-Thriller Verschwörung nimmt sie es so sogar mit dem US-Geheimdienst NSA auf. Doch ihre tiefen seelischen Wunden machen es ihr immer wieder schwer, mit anderen Menschen zu interagieren und Hilfe zu suchen.

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Claire Foy als Lisbeth Salander in Verschwörung | © Sony Pictures

Gerade diese traumatische Vorgeschichte und ihr Charakter machen Lisbeth Salander zu einer so spannenden wie herausfordernden Rolle, an der sich mit Claire Foy nun schon die dritte hochkarätige Schauspielerin versucht. Doch wer gewinnt nun im direkten Vergleich?

Claire Foy: Die Über-Action-Heldin

In Verschwörung ist die von Claire Foy verkörperte Lisbeth Salander die eindeutige und alleinige Hauptfigur. Journalist Mikael Blomkvist (Sverrir Gudnason) erhält hier deutlich weniger Leinwandzeit als noch in den Vorgängern.

Das Mädchen mit dem Drachen-Tattoo mutiert dabei zu einer veritablen Action-Heroine im Stile eines James Bond oder Ethan Hunt aus den Mission: Impossible-Teilen.

Die zuletzt durch die Serie The Crown populär gewordene, britische Darstellerin Claire Foy übernimmt in Verschwörung die Rolle einer älteren, gereifteren und auch viel bekannteren Lisbeth: Durch den aufsehenerregenden Gerichtsprozess aus Vergebung ist Lisbeth ganz Schweden ein Begriff.

An der Oberfläche gefällt uns Foys Lisbeth ganz exzellent: Der neue Thriller Verschwörung sieht grandios aus und auch Lisbeths Look, Zuhause und Lebenswandel fühlen sich stimmig an.

Neben nächtlicher Selbstjustiz sucht sie Zerstreuung und menschliche Nähe durch unkomplizierten Sex und Technoclub-Besuche. Ihr seelisches Ungleichgewicht ist auch mit den Jahren nicht weniger geworden, was Foy überzeugend vermittelt.

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Zur Zerstreuung stürzt sich Lisbeth wiederholt ins Nachtleben | © Sony Pictures

Geschmälert wird dies jedoch ein wenig durch die Akzentverschiebung im neuesten Millennium-Teil: Statt tragischer, aufwühlender Biografie präsentiert Regisseur Alvarez Lisbeth Salander in Verschwörung als weibliche Actionheldin, die Motorrad-Sprünge problemlos ausführt und den Supergeheimdienst NSA innerhalb von Minuten hackt.

Auch das für die Figur Lisbeth so zentrale Verhältnis zum Journalisten Blomkvist kommt in Verschwörung – verglichen mit den älteren Millennium-Teilen – eher am Rande vor. Dies liegt aber nicht an Foys Spiel, sondern an der Konzeption des neuen Films.

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Claire Foy überzeugt uns auf ganzer Linie als Lisbeth Salander | © Sony Pictures

Fazit: Darstellerin Claire Foy ist famos als Lisbeth Salander, doch ihre Rolle im Vergleich zu den Vorgängerfilmen mit weniger Charaktertiefe angelegt.

Rooney Mara: Die wütende und stylishe Lisbeth Salander

Im US-Remake von Verblendung übernahm Rooney Mara (Carol, Maria Magdalena) die Rolle der Lisbeth – und wurde für ihre Darstellung im Jahr 2012 für den Oscar in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nominiert.

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Rooney Mara wurde voll und ganz zu Lisbeth Salander | © Sony Pictures

Unter der Regie von David Fincher (Fight Club, Zodiac) entstand die Großproduktion Verblendung in Schweden. Der Nordic Noir-Charme der Vorlage ging dabei erfreulicherweise nicht verloren.

Im unterkühlten Krimi begeisterte die damalige Newcomerin Rooney Mara als Lisbeth Salander und brauchte sich vor Noomi Rapaces zuvor so hochgelobter Interpretation der Figur keineswegs zu verstecken.

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Fincher kreierte einen unverwechselbaren Look für die ikonische Figur | © Sony Pictures

Mara spielte die Hackerin mit dem photographischen Gedächtnis wortkarg und introvertiert, doch stellenweise auch noch eine Spur wütender als Rapace.

So bleibt etwa die aus der schwedischen Vorlage übernommene Szene in Erinnerung, wie Lisbeth in der U-Bahn von Stockholm gekonnt einen Dieb überwältigt und den zu Boden gerungenen Mann in einer Art Siegerpose auch noch anschreit. Dabei wirkt sie ähnlich stark wie die härtesten Hollywood-Stars, die aus Skandinavien stammen.

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Rooney Mara als Lisbeth im US-Remake Verblendung | © Sony Pictures

Finchers Version kommt noch stilsicherer als das schwedische Verblendung daher. Maras Make-Up und Kostüm sind famos, der Darstellerin wurden beispielsweise die Augenbrauen gebleicht. Zudem mied Mara nach eigener Aussage für Monate die Sonne.

Fazit: Rooney Mara fesselt als Lisbeth Salander auf ganzer Linie. Für uns (äußerst knapp) das zweitbeste Mädchen mit dem Drachen-Tattoo.

Noomi Rapace: Die beste Lisbeth Salander

Das Original zu sein, birgt immer einen gewissen Vorteil: Schließlich hat die Schwedin Noomi Rapace die Figur der Lisbeth Salander auf der Leinwand zum Leben erweckt.

Zum ersten Mal verlieh sie der ikonischen Figur ein Gesicht und eine physische Präsenz – und startete im Anschluss eine große Hollywood-Karriere in Filmen wie Prometheus von Altmeister und Regie-Legende Ridley Scott.

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Noomi Rapace brachte einen neuen Typ Frauenfigur ins Mainstream-Kino | Warner Bros.

Darüber hinaus profitierte Rapace in ihrer Lisbeth-Darstellung von verschiedenen Faktoren: Die schwedische Millennium-Adaption kommt von allen bisherigen Salander-Filmen am realistischsten daher.

Über drei Filme – oder in der längeren TV-Version ganze sechs Teile in Spielfilm-Länge – beobachten die Zuschauer Noomi Rapace dabei, wie aus einer introvertierten Hackerin mit heftiger Vergangenheit eine geschulte, kompetente und schlussendlich sogar tödliche Heldin wird.

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Missbrauch und Unrecht als prägende Erlebnisse Lisbeth Salanders | © Warner Bros.

Gerade diese Figurenentwicklung hebt in unseren Augen Noomi Rapaces Lisbeth Salander dann doch noch einmal von den übrigen Interpretationen in dieser Liste ab.

Unvergessen etwa die Szene in Verdammnis, dem zweiten Teil der schwedischen Millennium-Trilogie, in der Lisbeth vor einer abgelegenen Waldhütte nichtsahnend von zwei Rockern überrascht wird.

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Lisbeth wird nach und nach zur wahrhaftigen Heldin | © Warner Bros.

Völlig auf sich allein gestellt, drohen ihr die Rocker mit Vergewaltigung und Mord, doch letztendlich kann Lisbeth die so viel stärker und gefährlicher wirkenden Widersacher überwältigen…

Fazit: Noomi Rapace ist und bleibt für uns die einzig wahre Lisbeth Salander – mit knappem Vorsprung vor Rooney Mara und Claire Foy.

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