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Fernsehen

Krank durch Handystrahlung? – Unser Mediathek-Tipp

Anderthalb Millionen Deutsche geben an, dass sie die hochfrequenten Funkwellen von Smartphones und WLAN-Netzwerken krank machen. Sie gelten als „elektrohypersensibel“. Doch Experten erkennen die Krankheit nicht an. Bilden sich die Betroffenen alles nur ein? Wir haben uns eine Doku zum Thema angeschaut…

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In der Y-Kollektiv-Dokumentation Elektrohypersensibilität – Krank durch Handystrahlung oder Einbildung? wird das Phänomen der sogenannten Elektrohypersensibilität, kurz EHS, unter die Lupe genommen. Die Doku ist auf der öffentlich-rechtlichen Internetplattform funk sowie auf YouTube frei verfügbar.

Worunter leiden die Elektrohypersensiblen?

Drei Betroffene, sogenannte „elektrohypersensible“ Menschen, kommen in der knackig-kurzen funk-Dokumentation zu Wort. Ihrer Meinung nach lösen elektromagnetische Strahlen von Smartphones, WLAN-Netzwerken und ähnlichem bei ihnen diverse Beschwerden aus.

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Die Erkrankten schildern als Symptome etwa Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität und Kribbeln in den Armen. Ihrer Einschätzung nach würden sie ohne die Strahlenbelastung nicht unter diesen Beschwerden leiden.

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EHS-Kranker Ulrich (rechts) in Schutzkleidung | © Screenshot: www.funk.net

Ein besonders heftiger Fall ist Ulrich: Der ehemalige Funktechniker führt seit 15 Jahren ein Einsiedlerleben im Wald – in einem Funkloch. So möchte der ganz offenbar gebildete Mann der schädlichen Strahlung aus dem Weg gehen.

Wenn Ulrich doch einmal in die Zivilisation muss, versucht er seinen Körper mit einem umfangreichen, sogar das Gesicht verdeckenden Ganzkörperanzug zu schützen. Ulrich erklärt in der Dokumentation: „Ein Besuch im Ort kostet mich ein, zwei Tage Bettruhe.“ Dies läge an der omnipräsenten Strahlung.

Das sagen offizielle Stellen

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist „EHS“ keine nachgewiesene Krankheit. Dass die beschriebenen Symptome real sind, wird nicht bestritten, doch lässt sich kein kausaler Zusammenhang mit der hochfrequenten Strahlung nachweisen.

Eine Expertin des Bundesamtes für Strahlenschutz unterstreicht dies in der Doku in aller Deutlichkeit: EHS-Kranke wurden in einem Experiment-Aufbau einmal der Strahlung ausgesetzt. Eine Kontrollgruppe wurde nicht bestrahlt. Die Symptome lagen in beiden Fällen vor.

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Warnung vor angeblichen Gesundheitsschäden | © Screenshot: www.funk.net

Die Telekommunikationsindustrie bestreitet Gesundheitsschäden. „Elektrohypersensible“ bezeichnen das als Lüge: „Die Industrie“ müsste ja ansonsten den Verkauf ihrer Telefone und übrigen Geräte einstellen, so argumentieren sie. Hier wird also eine großangelegte Verschwörung unterstellt, ganz ähnlich wie die in der (fiktiven) Verschwörungsserie Utopia.

Alles nur Einbildung?

Bilden sich die EHS-Kranken alles nur ein? Eine Frage, die sich auch User in einigen Kommentaren auf der Y-Kollektiv YouTube-Seite stellen.

So schreibt etwa Mantani Mantaniri: „Die Menschen haben vor allem ein psychisches Problem.“ Und tatsächlich gleichen die beschriebenen Symptome auch denen von Stresskrankheiten.

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Judith trägt „nur“ ein Kopftuch mit Metalleinlage, um ihr Gehirn zu schützen | © Screenshot: www.funk.net

MrFreakj äußert sich positiver: „Ich bin zwar selbst auch davon überzeugt, dass die Probleme psychosomatisch sind, dennoch finde ich die neutrale Berichterstattung ziemlich gut, das ist nur gerecht den Betroffenen gegenüber. Sie haben sich hier geöffnet und erlauben uns einen Einblick in ihr Leben.“

Wer jetzt dennoch befürchtet, dass ihn die allgegenwärtige Technologie krank machen könnte, dem empfehlen wir, Smartphone und WLAN einfach öfter mal auszuschalten – dann strahlen die Geräte auch nicht mehr.

Frischer Wind im Doku-Land dank funk

Die Dokumentation Elektrohypersensibilität – Krank durch Handystrahlung oder Einbildung? kommt jugendlich daher. Y-Kollektiv Reporter Hamzi Ismail nutzt auch mal Wörter wie „krass“ oder lässt Bemerkungen wie „Der Typ ist’n Freak“ fallen – Sätze, die man in gewohnten Fernseh- und Kinodokumentationen von Filmemachern eher nicht hören würde.

Die Dokumentation kommt außerdem lediglich auf 18 schlanke Minuten Laufzeit – die Doku-Länge ist an die jüngere Zielgruppe des Online-Portals funk angepasst.

Dokumentationen sind in den vergangenen Jahren immer stärker in Mode gekommen. Den Geschäftspraktiken des Kaffeehaus-Riesen Starbucks widmet sich übrigens die empfehlenswerte Doku Starbucks ungefiltert.

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