© Warner Bros. Entertainment Inc./ RatPac-Dune Entertainment LLC
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Kino

Kinostart von Meg: Der Urzeit-Hai Megalodon im Realitäts-Check

Groß, größer, Megalodon. Der riesige Monsterhai im neuen Haihorror-Spektakel Meg lässt den Weißen Hai ganz schön mickrig aussehen. Doch wie genau nimmt es der Jason Statham-Film eigentlich mit dem realen Urzeitgiganten, der vor rund 2,6 Millionen Jahren die Meere unsicher gemacht hat? Findet es heraus in unserem Faktencheck!

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Der ikonische Weiße Hai, bekannt aus Steven Spielbergs Haihorror-Klassiker, kurz bevor er sein arglos im Ozean tauchendes Opfer schnappt. Darunter klafft der weit aufgerissene, zahnbewehrte Rachen eines sehr viel größeren und gefährlicheren Tiefseemonsters auf: der des Megalodons.

Man muss es den Leuten von Warner Bros. und Konsorten schon lassen: Die Marketing-Kampagne und Poster zu ihrem neuen Hai-Trash-Streifen Meg sind ein wahrer Geniestreich: Frech, witzig und in ihrem Größenwahn einfach nur gelungen.

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Der Megalodon kapert das berühmte Der Weiße Hai-Motiv und frisst Spielbergs ikonischen Hai. | © Warner Bros. Entertainment Inc./ RatPac-Dune Entertainment LLC

Action-Raubein Jason Statham kämpft in Meg eine epische Hochseeschlacht gegen einen verdammt großen, verdammt alten und verdammt hungrigen Urzeithai. Klingt richtig geil? Ja, das tut es!

Endlich können wir uns unserer Faszination für den Trashfilm mal wieder restlos hingeben! Dabei stellen sich aber natürlich trotzdem auch schnell Fragen: Wie realistisch ist eigentlich die Darstellung des urzeitlich Riesenjägers in dem Film? War er wirklich so groß? Was fraß das Unterwasserungetüm? Und könnte der Monsterhai vielleicht tatsächlich noch heute irgendwo in den Tiefen des Ozeans lauern?

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Tiefsee-Rettungsspezialist Jonas Taylor (Jason Statham) bekommt es mit dem Urzeithai Megalodon zu tun. | © Warner Bros. Entertainment Inc./ RatPac-Dune Entertainment LLC

Wir haben uns dieser Fragen angenommen und recherchiert: Seht die Ergebnisse hier in unserem Megalodon-Faktencheck

Der Weiße Hai ist in der Unitymedia Videothek verfügbar.

Der Megalodon: Der größte Hai aller Zeiten?

In der Tat war der Megalodon ein wahrer Ozeangigant. Wie die Wissenschaft anhand von Fossilien herausgefunden hat, konnte der Urzeithai 16 bis maximal 18 Meter lang werden. Damit ist er mit Abstand der größte Hai, der jemals die Ozeane unsicher gemacht hat.

Das bislang größte gesichtete Exemplar eines Weißen Hais ist im Gegensatz dazu gerade einmal 6 Meter lang. Das Weibchen Deep Blue wurde 2013 von dem Meeresbiologen Mauricio Hoyos Padilla entdeckt, ist mit seiner stattlichen Größe aber noch immer um das dreifache kleiner als ein Megalodon.

Den Machern von Meg war das aber scheinbar noch immer nicht genug, denn im Film sind die gewaltigen Urzeithaie nochmal ein ganzes Stück größer, als sie es in Wirklichkeit waren. Hier kommen die prähistorischen Fressmaschinen auf übertriebene 23 bis 26 Meter.

Tödlich: Die riesigen Zähne des Megalodon

Zahlreiche Funde bestätigen, dass die Zähne des Urzeitmonstrums gigantisch waren. Die größten gefundenen Beißer kommen auf beeindruckende 17 cm. Das ist ungefähr so groß wie die Hand eines erwachsenen Menschen. Die Zähne des Weißen Hais sind da mit Längen von bis zu 7,5 Zentimetern deutlich kürzer.

Dass die Zähne dabei haitypisch in mehreren Reihen angeordnet waren, und so bei Beschädigung ausgewechselt werden und wieder nachwachsen konnten, macht das Maul des Ozeanjägers nur umso beeindruckender.

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Die Beißer des Weißen Hais sind schon ganz schön beeindruckend – aber die Zähne des Megalodons waren nochmal 10 cm länger. | © Universal Pictures

Mächtig Biss: Der stärkste Kiefer im Tier- und Saurierreich

In Meg beißt der Megalodon so ziemlich alles durch, was ihm in die Quere kommt: Gigantische Kalmare, andere Haie, Menschen, Schiffe und robuste Forschungs-U-Boote. Ist eine solche Beißkraft aber überhaupt realistisch?

Vorstellbar wäre es in jedem Fall. Der Megalodon konnte mit etwa 17,9 Tonnen pro Quadratzentimeter zubeißen, was ihn zum stärksten Beißer in der Geschichte macht. Kein anderes Lebewesen schlug mit solch massiver Kraft seine Zähne in die Beute.

Während der Weiße Hai mit 1,7 Tonnen den stärksten Biss im heutigen Tierreich hat, kann er damit aber nur einen Bruchteil der Beißkraft des Megalodon aufbringen. Selbst der gewaltige, berühmt-berüchtigte Raubsaurier Tyrannosaurus Rex konnte nur mit 5,8 Tonnen zubeißen.

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So stark wie der der Megalodon biss kein Lebewesen in der Geschichte zu. | © Warner Bros. Entertainment Inc./ RatPac-Dune Entertainment LLC

Seit unserem Gespräch mit dem Dinoexperten und Paläontologen Dr. Rainer Schoch anlässlich des Jurassic World 2-Starts wissen wir jedoch, dass ein T-Rex durchaus dazu fähig gewesen wäre, einen gepanzerten Mercedes durchzubeißen. Was dann nur der Megalodon mit der rund dreifachen Beißkraft so alles anrichten könnte…Ein Haikäfig wie im Tiefsee-Thriller 47 Meters Down wäre in jedem Fall kein Problem.

Jurassic World 2 ist derzeit noch im Kino zu sehen. Jurassic World ist in der Unitymedia Videothek verfügbar. 47 Meters Down ist bei Maxdome verfügbar (Link zur Anzeige).

Mordshunger: Nicht mal Wale waren vor Megalodon sicher

Bei den gewaltigen Ausmaßen des Meeresriesen ist es kaum erstaunlich, dass er eine ganze Menge an Nahrung gebraucht hat, um die ganze Maschinerie am Laufen zu halten. Die Wissenschaft geht davon aus, dass er bis zu einer Tonne Fleisch pro Tag zu sich nahm. Klar, dass seine Beutetiere auch dementsprechend groß sein mussten.

Bissspuren an den Knochen fossiler Skelette, die den charakteristischen Zähnen und dem Beißprofil des Megalodon zugeordnet werden können, deuten darauf hin, dass sich der Riesenhai vor allem von kleineren prähistorischen Walen, Delphinen, Seelöwen und Seekühen ernährte.

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Größere Wale, wie der ausgewachsene Blauwal, der bis zu 33 Meter lang werden kann, waren vermutlich selbst für den gigantischen Megalodon zu riskant. Attacken auf größere Kontrahenten sollen deshalb, wenn überhaupt, eher die Ausnahme gewesen sein. In dieser Hinsicht besteht jedoch in der Forschung noch keine vollständige Klarheit.

Ob sich der Megalodon überhaupt für uns kleine, verhältnismäßig nährstoffarme Menschen interessiert hätte, bleibt ebenfalls ein Rätsel.

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Ein weiteres Beispiel für die grandiose Werbekampagne von Meg: Eine Nährstofftabelle für die Menschenbeute. | © Warner Bros. Entertainment Inc./ RatPac-Dune Entertainment LLC

Könnte der Megalodon heute noch am Leben sein?

So überlebt der Urzeithai in Meg:

Im Film Meg überlebt der Megalodon die Jahrtausende, indem er sich in eine Tiefseeregion am tiefsten Punkt der Weltmeere, dem Marianengraben, zurückzieht. Denn durch eine Mixtur aus austretenden Gasen und dadurch entstehenden Temperaturunterschieden hat sich dort, auf 11.000 Metern Tiefe, eine mysteriöse Schicht gebildet, die für lange Zeit für den Grund des Marianengrabens gehalten wurde.

Unter dieser Schicht befindet sich dank den vom Meeresgrund ausströmenden Gasen eine warme Wasserspähre, in der der Megalodon seine Jagdgründe bestreitet. Neben dem Haigiganten befinden sich im Film auch weitere Meeresriesen wie der Riesenkalmar dort unten.

Suyin (Li Bingbing) bekommt es in den Tiefen auch noch mit einem Riesenkalmar zu tun. | © Warner Bros. Entertainment Inc./ RatPac-Dune Entertainment LLC

Könnten Monsterhaie in der Realität überleben?

Weilt der Monsterhai also vielleicht immer noch im wahrsten Sinne des Wortes unter uns? Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, denn die Wissenschaftler sind sich einig, dass der größte Hai aller Zeiten schon vor 2,6 Millionen Jahren ausstarb.

Zwar ist es richtig, dass der Megalodon vermutlich warme, küstennahe Jagdgründe bevorzugte und daher die Umgebung aus dem Film ideal für ihn gewesen wäre. Die Existenz einer solchen fantastischen Unterwasserregion ist allerdings pure Fiktion.

Da die realen Temperaturen in solchen Tiefen eiskalt sind, könnte der Megalodon dort nur schwerlich überleben. Insbesondere, weil dringend benötigte Beutetiere wie Wale so weit unten im Meer nicht vorkommen.

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Wie in Meg bevorzugten die Riesenhaie warme Küstengebiete als Lebens- und Jagdraum. | © Warner Bros. Entertainment Inc./ RatPac-Dune Entertainment LLC

Das Herunterkühlen der Meere und das damit verbundene Verschwinden der Hauptnahrungsquelle der Kleinwale und Futterkonkurrenz sollen nach bisherigem Stand der Wissenschaft ja schließlich Hauptgründe für das Aussterben des Megalodon gewesen sein.

Würden die Riesenhaie dagegen auch heutzutage einfach in höheren Ozeanregionen vorkommen, ist es nur schwer vorstellbar, dass noch niemand auf den 18 Meter großen Räuber gestoßen wäre, geschweige denn auf seine Opfer. Schließlich werden die Fossilien seiner Beutetiere nicht nur relativ häufig entdeckt, sondern durch die Spuren seiner Zähne auch eindeutig gekennzeichnet.

Den einen oder anderen mag das vielleicht enttäuschen, viele dürften aber auch froh darüber sein: Der Megalodon ist relativ sicher ausgestorben.

 

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Tim Seiffert
Autor(in): Tim Seiffert
Schreiberling mit Faible für Düster- oder Abgedrehtes, Comics und das südkoreanische Kino. Hat für die meisten französischen Komödien nicht viel übrig und ist weiterhin zutiefst verunsichert, ob Dwayne Johnson bald in jedem Franchise mitspielt.

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