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Kino

The Nun: Wie viel Wahrheit steckt im Conjuring-Spin-off?

Zum Kinostart des Horrorfilms The Nun berichtete Regisseur Corin Hardy, dass er während des Drehs von Geistern am Set heimgesucht wurde. Ob das im Zusammenhang mit wahren Begebenheiten des neuen Conjuring-Films stehen könnte, verraten wir euch.

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Es sei in einem der tiefsten und dunkelsten Korridore in der alten transsilvanischen Schlossanlage passiert, berichtet The Nun-Regisseur Corin Hardy: Dort hätte die Film-Crew hart daran gearbeitet, eine Szene im selbsternannten „Korridor der Kreuze“ zu filmen.

Er selbst habe sich daraufhin in einen Raum voller Monitore verzogen, um nicht im Bild zu stehen. In dem kleinen Nebenraum sei es zwar stockdunkel gewesen. Dennoch habe er die beiden dort sitzenden Männer, die er zunächst für rumänische Tonmeister gehalten habe, erkannt und gegrüßt, ihnen dann aber den Rücken zugewandt.

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Seltsame Dinge gingen laut Regisseur im „Korridor der Kreuze“ während des Drehs zu The Nun vor | © Warner Bros. Pictures

„Schließlich hatten wir die Szene so abgedreht, wie ich mir es vorgestellt hatte und ich fragte die Männer hinter mir, ob sie den letzten Shot gesehen hätten. Doch als ich mich umdrehte, war da niemand mehr. Dabei hätten sie den Raum nicht verlassen können, ohne durch die Tür zu treten – und die war direkt vor meiner Nase“, berichtet der Horror-Spezialist über den Dreh seines brandneuen Kinofilms. 

Im Interview mit Cinemablend hat er auch gleich eine passende Erklärung parat: „Ich könnte mir vorstellen, dass es rumänische Soldaten waren. Dieses Schloss war früher schließlich mal eine Art Waffen-Bunker und der Tod war hier allgegenwärtig. Ich glaube, das waren ein paar tote Rumänen, die sich wohl einfach den Dreh von The Nun ansehen wollten.“

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Unheimliche gespenstische Erscheinungen erschweren die Ermittlungsarbeit | © Warner Bros. Pictures

The Nun-FSK: Altersfreigabe in alter Conjuring-Tradition dank Nonnen-Dämon Valak

Das hätte wohl so mancher Horror-Fan mindestens genauso gerne getan. Schließlich steht der neueste Spin-off des Conjuring-Universums in direktem Zusammenhang mit Conjuring 2 und Annabelle: Creation und bekam von der FSK sogar dieselbe Altersfreigabe ab 16 Jahren aufgedrückt. Die Conjuring-Filme, die aktuell als das erfolgreichste Horror-Franchise weltweit gelten, knackten mit ihrem letzten Release Annabelle: Creation die eine Milliarde-Dollar-Grenze der internationalen Gesamteinnahmen.

In beiden Filmen tauchte die Figur der dämonischen Nonne bereits auf und ließ Geisterjägerin Lorraine Warren (Vera Farmiga) das Blut in den Adern gefrieren. Was es mit der einprägsamen Horrorfigur auf sich hat, wurde in den auf wahren Begebenheiten beruhenden Filmen bisher noch nicht aufgelöst. Somit soll The Nun im Conjuring-Universum ein entscheidendes Puzzleteil für Fans bieten.

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Schwester Irene (Taissa Farmiga) wird von der Dämonen-Nonne Valak (Bonnie Aarons) heimgesucht | © Warner Bros. Pictures

Die Handlung: Eine Kreuzung aus Der Name der Rose und Conjuring

Rumänien in den 50er-Jahren: Als sich eine junge Nonne in einem Kloster das Leben nimmt, schickt der Vatikan einen katholischen Priester (Demián Bichir) mit bewegter Vergangenheit sowie eine junge Nonne in Spee (Taissa Farmiga) direkt an jenen unheimlichen Ort, um die Gründe für den Selbstmord aufzudecken.

Vor Ort kommen sie außerdem einem schrecklichen Orden und nicht zuletzt der grausamen Wahrheit über die Ursprünge des Klosters auf die Spur. Bis heute geistert eine bösartige Macht in Form einer dämonischen Nonne (Bonnie Aarons) durch die Mauern des uralten Gebäudes, die jeden heimsucht, der die Abtei betritt …

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Nächtliche Friedhofszenen häufen sich im Horrorfilm The Nun | © Warner Bros. Pictures

Beruht auch The Nun auf wahren Begebenheiten?

Das Conjuring-Franchise gehört zu der Art von Filmen, die lose auf wahren Begebenheiten beruhen. Im Mittelpunkt stehen die angeblichen Spukerscheinungen und Schilderungen der US-amerikanischen Familie Perron, die im Jahr 1970 mit ihren fünf Töchtern in ein altes Farmhaus in Harrisville im US-Bundesstaat Rhode Island zog.

Roger und Carolyn Perron wandten sich damals mit ihren übernatürlichen Problemen an die selbsternannten Geister- und Dämonenjäger Lorraine und Ed Warren, die sich übrigens auch mit den angeblichen realen Geschehnissen um den Horrorfilm Amityville Horror vor Ort auseinandersetzten.

Auch wenn es zahlreiche Kritiker und berechtigte Zweifel gibt, die vor allem auf die höchst rentablen Buchverkäufe der Warrens und der Perrons hinweisen, beruhen zumindest Teile der Geschichte sicher auf wahren Ereignissen.

Die Horrorfigur der dämonischen Nonne aus dem Horrorschocker The Nun entsprang laut der Entertainment-Plattform HollywoodvsHistory Schilderungen von Lorraine Warren, wenn man Horror-Mogul James Wan Glauben schenken will. Warren zufolge sei sie mehrmals von einer ähnlichen gespenstischen Erscheinung heimgesucht worden. Das Conjuring-Franchise schuf daraus die schwarzgesichtige Nonne mit den dämonisch-gelben Augen und den beeindruckenden Beißerchen.

Bei der Maske handelt es sich übrigens in erster Linie um Makep-up, Kontaktlinsen, eine Prothese, um die Augenbrauen der Schauspielerin Bonnie Aaarons gänzlich verschwinden zu lassen, und den ein oder anderen CGI-Effekt. So entstand für die Leinwand eine durchaus einprägsame und schauerliche neue Horrorfigur, die selbst in unseren besten Horrorhaus-Filmen noch ihresgleichen sucht.

Schon lange vor dem Kinostart des neuen Conjuring-Schockers hatte genau diese Figur in einem für mobile Endgeräte spezialisierten Clip übrigens für reichlich Aufruhr im Social Web gesorgt. Die Videoplattform Youtube hatte den mit einem heftigen Nonnen-Jump-Scare versehenen Teaser wegen lautstarken Protesten von der Webseite verbannen müssen.

User wiesen darauf hin, dass der Inhalt des Clips ohne Altersbeschränkung gegen die sogenannte Shocking Content Policy verstoße. Von da an war dem neuesten Teil von Wans Horror-Universum umso mehr mediale Aufmerksamkeit sicher. Wie übrigens Horrorfilme auch ohne Jump-Scares erfolgreich schocken, erklären wir dir in unserem Video über den Horrorfilm Hereditary.

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Der Dämon Valak in Gestalt der dämonischen Nonne in The Nun | © Warner Bros. Pictures

Wahre Geschichte einer Nonne? – Der Dämon Valak in der Mythologie

Die schauderhafte Nonnenfratze, die für die Conjuring-Welt erschaffen wurde, hat allerdings kaum etwas mit der literarischen Vorlage des Dämons Valak gemein. Der wurde bereits im 17. Jahrhundert im sogenannten höllischen Lexikon, einer Abhandlung über verschiedenste Dämonen aus diversen Mythologien, erwähnt.

Im dämonologischen Schriftwerk The Lesser Key of Solomon, damals auf Hebräisch, Latein und Griechisch erhältlich, wird der Dämon Valak als der „Präsident der Hölle“ bezeichnet. Diesen uralten Beschreibungen zufolge, führt er Legionen von dämonischen Kreaturen an. Sein Antlitz gleicht laut diesen Ausführungen dem eines kleinen Kindes mit Engelsflügeln, das auf einem zweiköpfigen Drachen reitet.

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Der Dämon Valak aus der griechischen Mythologie | © Wikipedia, Public Domians

So bleibt der Wahrheitsgehalt um die Gruselnonne auf die nicht belegbaren Schilderungen von Geisterjägerin Lorraine Warren und mystische Überlieferungen beschränkt. Auch die gestaltwandlerischen Fähigkeiten von Valak in den Conjuring-Filmen, wohnt dem kindlichen Dämon aus den Sagen übrigens nicht inne. Diese Eigenschaft gehört ebenfalls lediglich zu James Wans fantasievollem Conjuring-Franchise.

Realer Drehort: Renaissance-Schloss Burg Hunedoara

Auch die Geschichte um die Novizinnen-Rolle von American Horror Story-Star Taissa Farmiga und the katholischen Priester Burke (Demian Bichir) ist frei erfunden. Umso realer kommt dafür der spannende Drehort daher: Die rumänisch-mittelalterliche Gotik-Renaissance-Burg Hunedoara diente als überaus überzeugende Drehkulisse mitten im sagenumwobenen Transsilvanien. 

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Drehort mit einzigartigem Charakter: Das märchenhafte Schloss Hunedoara in Transylvanien | © Warner Bros. Pictures

Über 7000 Touristen pilgern jährlich zu dem märchenhaften Schloss, das eine bewegte und einzigartige Geschichte zu bieten hat. Wohlgemerkt enthält allerdings auch die weder blutrünstige Gruselnonnen noch eine Novizin mit seherischen Fähigkeiten.

Ein kleines Detail aus der Burggeschichte wurde immerhin im Film erhalten: Schwarze Raben stellen in The Nun ein wiederkehrendes Motif dar. Die Raubvögel spielen auch in einer der zahlreichen geheimnisvollen Sagen und Geschichten um das Schloss eine wichtige Rolle.

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Die rumänisch-mittelalterliche Gotik-Renaissance-Burg Hunedoara diente als Drehort | © Wikipedia/ Carcea Daniel

Zugegeben, so mancher würde sich an einem der schönsten Mamma Mia!-Drehorte sicher deutlich wohler fühlen, als in einem transsilvanischen Schloss aus dem 14. Jahrhundert. Das weiß seinen Besuchern heute aber immerhin noch von skrupellosen Burgherren, tapferen Gefangenen und schlauen Feen und Raben zu erzählen. Heute wird die Burg nicht nur Touristen zugänglich gemacht, sondern auch für immer mehr Film-Crews einheimischer und internationaler Produktionen.

In The Nun erlebt die märchenhafte Burg allerdings mit Abstand ihren bisher größten Auftritt vor laufender Kamera. Und obwohl dieser charakterstarke Drehort für das Conjuring-Franchise in der Realität nicht mit dämonischen Schauernonnen auffahren konnte, gespenstische Gäste gab es laut Regisseur Corin Hardy bei den Dreharbeiten ja dennoch genug.

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Janna Fund
Autor(in): Janna Fund
Ob ihr's glaubt oder nicht: Ich bin ein echtes audiovisuelles Supergirl. Eine Wonderwoman der Worte und Videos sozusagen. Ich checke Fakten gewissenhafter als Rory, bin kreativer als Carrie und investigativer als Lois und Clark zusammen. Lasst uns die digitale Welt zusammen retten!

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