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Wie nah kam diese Netflix-Schauspielerin Drogenboss El Chapo wirklich?

Diese Geschichte könnte nicht fiktiver, verrückter und filmreifer klingen, ist so aber wirklich passiert. Es geht um die Beziehung einer Schauspielerin mit einem der berüchtigtesten Drogenbosse Mexikos überhaupt, Sex, Politik und ein schicksalsträchtiges Interview mit…Hollywood-Star Sean Penn.

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Kate del Castillo ist eine der beliebtesten Schauspielerinnen Mexikos – und gleichzeitig die umstrittenste. Denn bevor der Star die korruptionsbekämpfende Präsidentengattin Emilia Urquiza in der Netflix-Serie Ingobernable mimte, die gerade in die 2. Staffel gegangen ist, unterhielt sie engen privaten Kontakt zum Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán.

Der ist nicht nur Vorbild für die Netflix-Serie El Chapo, sondern auch einer der gefährlichsten Kartellbosse des Landes.

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Sie bewunderte ihn, er liebte ihre Filme

Aufmerksam wurde der berüchtigte Anführer des Sinaloa Drogen-Kartells – der genau wie Pablo Escobar in Narcos einen Ruf als Robin Hood in der Bevölkerung genoss – auf del Castillo, als diese 2012 einen umstrittenen, mittlerweile gelöschten Tweet absetzte:

Heute glaub ich mehr an El Chapo Guzmán als an die Regierung, die Wahrheiten vor mir verbirgt, auch wenn sie schmerzhaft sind, die zu ihrem eigenen Vorteil die Heilmittel für Krebs und Aids zurückhält.

Zwar soll El Chapo schon zuvor Fan ihrer Serie Die Königin des Südens gewesen sein, doch der heftig kritisierte Twitter-Post veranlasste den mächtigen Kartellchef, sich zwei Jahre später direkt mit der Schauspielerin in Kontakt zu setzen. Über seinen Anwalt schlug der damals inhaftierte Guzmán del Castillo einen Film über sein Leben vor.

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Kate del Castillo in der Netflix-Serie Ingobernable | © Netflix

Bald wechselten auch private Briefe die Besitzer- nach El Chapos Gefängnisausbruch 2015 entwickelte sich ein reger SMS-Verkehr.

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Ein Treffen wird vereinbart – und Sean Penn ist dabei

Über einen befreundeten Produzenten erfuhr Hollywood-Star Sean Penn von dem geplanten Biopic – und der engen Bekanntschaft del Castillos mit dem gesuchten Kartellboss. Er setzte sich mit der Schauspielkollegin in Verbindung und schlug ein Treffen mit El Chapo vor.

Diese willigte ein und auch Guzmán zeigte sich hellauf begeistert. Klar, Filme über Drogenkartelle wie Sicario beherrschen ja schließlich seit längerem die Leinwand.

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Sean Penn setzte sich mit Kate del Castillo in Verbindung – Er will ein Treffen mit El Chapo | © Hulu

Zwar soll El Chapo Penn nicht einmal gekannt haben, doch das lang ersehnte Treffen mit del Castillo wog das bei weitem auf. „Du bist die Beste dieser Welt…Ich werde mich um dich kümmern, mehr noch als um meine eigenen Augen.„, schrieb der Gangsterboss ihr in einer SMS.

Sean Penn hatte aber eigentlich gar kein Interesse an einer Verfilmung von El Chapos Leben. Stattdessen wollte er für die US-Zeitschrift Rolling Stone ein Interview mit dem meistgesuchten Mann Mexikos führen. Auch wenn Penn es bis heute bestreitet: Die Vermittlerin des Treffens del Castillo will von seinen Interview-Plänen nichts gewusst haben.

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Lügen, Sex und ein verhängnisvolles Interview

Über die genauen Begleitumstände des Abends gibt es mehrere Versionen. Ob also Penn und del Castillo wirklich Sex während der gemeinsamen Zeit hatten, wie sie selbst später behauptete, ist nicht bestätigt. Auch für die zahlreichen Vorwürfe gegenüber der Schauspielerin, dass sie mit El Chapo ins Bett gegangen sei, gibt es keinerlei Beweise.

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Joaquin Guzmán gespielt von Marco de la O in der Serie El Chapo | ©Netflix

Fakt ist: Das Treffen fand statt. Guzmán stimmte dem Interview zu und wurde drei Monate später von Regierungstruppen festgenommen. Nur einen Tag später erschien das Interview von Sean Penn im Rolling Stone.

Bald wurden Stimmen laut, die Penn und del Castillo mit der Verhaftung des flüchtigen Kartellbosses in Verbindung brachten. Beide bestritten aber jedwede Zusammenarbeit mit den Behörden – wohl auch aus Sorge vor Racheaktionen.

Furcht vor Verfolgung

In der Netflix-Dokuserie Der Tag, an dem ich El Chapo traf schilderte del Castillo ihre Sicht auf ihre Beziehung zu Guzmán und die Ereignisse rund um das Treffen. Penn legte Klage gegen die Netflix-Reihe ein. Er fürchte dank der Doku um sein Leben.

Del Castillo selbst kehrte auch für die Dreharbeiten für Ingobernable nicht in ihre Heimat Mexiko zurück. Sie befürchtet eine strafrechtliche Verfolgung und unangenehme Fragen zu ihrem Kontakt mit El Chapo.

Der Tag, an dem ich El Chapo traf ist bei Netflix verfügbar (Link zur Anzeige).

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Tim Seiffert
Autor(in): Tim Seiffert
Schreiberling mit Faible für Düster- oder Abgedrehtes, Comics und das südkoreanische Kino. Hat für die meisten französischen Komödien nicht viel übrig und ist weiterhin zutiefst verunsichert, ob Dwayne Johnson bald in jedem Franchise mitspielt.
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