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Die besten Road Movies aller Zeiten

von Sebastian Daniels
Bjarne Mädel in 25 km/h
Lesezeit: 5 Min.

Was haben Straßen und Filme gemeinsam? Sie laden oftmals zum Träumen ein und versetzen uns in eine andere Welt. In Road Movies verbinden sich diese beiden Elemente zu einem wunderschönen Ganzen. Wir nehmen dich mit auf die Reise und stellen dir die besten Filme dieses klassischen Genres vor.

Viele sprechen nur im Zusammenhang mit dem Weltall von unendlichen Weiten. Dabei hat unsere Erde oftmals ähnliche Eindrücke zu bieten. So reicht schon die Fahrt auf einer langen und leeren Landstraße, um Freiheit und Grenzenlosigkeit zu erleben.

Im Kino hat man dieses Gefühl schon längst für sich entdeckt und daraus gleich ein eigenes Genre entwickelt: das Road Movie. Hier dient die Reise der Protagonisten dazu, deren Sehnsüchte und inneren Konflikte widerzuspiegeln, bis am Ende eine erhellende oder auch ernüchternde Erkenntnis wartet. Frei nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel! 

Die folgenden Road Movies leben diese Devise beeindruckend vor und gehören deshalb schlichtweg zum Besten, was das Genre hervorgebracht hat.

On the Road - Unterwegs

Die Straße als Ort der Träume und Sehnsüchte (Szenenbild aus On the Road – Unterwegs) | © Concorde

Easy Rider: Die Mutter aller Road Movies

Easy Rider darf gut und gerne als absoluter Kultfilm bezeichnet werden. Das Biker-Drama hielt dem Amerika der späten Sechzigerjahre den Spiegel vor und prägte zugleich eine ganze Generation von Zuschauern als auch Filmemachern. Mit nur wenigen Worten, dafür umso mehr Rockmusik und Drogenexzessen, hinterlässt der Film ein zwiespältiges Gefühl von Abenteuerdrang und Verbitterung.

Peter Fonda, Jack Nicholson und Dennis Hopper in Easy Rider

Born to be Wild: In Easy Rider ist die Straße der Weg zur Freiheit | © Sony Pictures

Dennis Hopper (Speed) feierte mit Easy Rider sein Regiedebüt und übernahm auch gleich selbst die zweite Hauptrolle neben Peter Fonda (Todeszug nach Yuma), mit dem er gemeinsam das (oscarnominierte) Drehbuch schrieb. Ihm gelang ein filmischer Abgesang auf die Hippie-Ära, voll von stilistischer Kreativität, psychedelischen Vibes und atemberaubenden Landschaftsaufnahmen.

Interessanter Fakt am Rande: Nach dem Film stieg der Verkauf von Harley Davidson-Motorrädern immens an und rettete den Konzern vor dem damals drohenden Ruin.

Easy Rider ist in der Unitymedia-Videothek sowie bei Amazon Prime und Netflix verfügbar (Links zu Anzeigen).

Die Reise des jungen Che: Selbstfindungstrip durch Südamerika

Bevor sich Che Guevara zum Revolutionsführer in Kuba aufschwang, unternahm er Anfang der Fünfzigerjahre eine prägende Reise durch Südamerika, die ihn nachhaltig beeinflusste. Gemeinsam mit seinem Freund Alberto durchquerte er für neun Monate den Kontinent per Motorrad, Schiff und zu Fuß. Die Reise des jungen Che rekonstruiert diese Odyssee anhand der Erlebnisse Guevaras, die er in seinem Tagebuch festhielt.

Gael García Bernal (Mozart in the Jungle) überzeugt im Film als junger Guevara, der unter dem noch etwas unbedarften Medizinstudenten bereits den späteren politisch denkenden Guerillakämpfer erkennen lässt.

Gael García Bernal in die Reise des jungen Che

Gael García Bernal in die Reise des jungen Che | © Diaphana Films

So werden wir nicht nur zu Zeugen der Geburtsstunde von einer der einflussreichsten Polit-Ikonen aller Zeiten, sondern auch zu Bewunderern von faszinierenden Bildern, die Regisseur Walter Salles (On the Road – Unterwegs) und sein Kameramann Éric Gautier für das tiefgründige Road Movie gefunden haben.

Die wunderschönen Landschaften Lateinamerikas stehen dabei im krassen Gegensatz zu dem sozialen Elend, das Che und Alberto auf ihrer Reise begegnet. Was als aufregendes Abenteuer zweier Freunde beginnt, wird zur charakterlichen Reifeprüfung. So verpufft selbst der anfängliche Ärger über das klapprige Motorrad im Angesicht von Armut, Ausbeutung und Krankheit, die auch heute noch in vielen Regionen Südamerikas herrschen.

Die Reise des jungen Che ist bei Amazon Prime und Netflix verfügbar (Links zu Anzeigen).

The Straight Story: Der alte Mann und sein Rasenmäher

„Das Schlimmste am Altwerden ist die Erinnerung an die Jugend.“ – Protagonist Alvin weiß, wovon er spricht. In The Straight Story – Eine wahre Geschichte hat der 73-jährige Rentner nämlich den Großteil seines Lebens hinter sich. Umso erstaunlicher wirkt sein Vorhaben: Weil sein Bruder einen Schlaganfall erlitten hat, macht sich Alvin auf den rund 400 Kilometer langen Weg zu ihm – auf einem Rasenmäher!

Der sonst für surreale Mindfucks bekannte Regisseur David Lynch (Mulholland Drive) brach hier überraschend mit seinen Konventionen und servierte einen Film, der eine regelrechte Ode an die Langsamkeit darstellt.

Richard Farnsworth in The Straight Story - Eine wahre Geschichte

Richard Farnsworth wurde für seine Darstellung des Alvin in The Straight Story für einen Oscar nominiert. | © Arthaus

Alvin tuckert (mit 8 km/h) auf seinem ungewöhnlichen Gefährt durch den Mittleren Westen der USA, lernt währenddessen Land und Leute kennen und sinniert dabei über die Bedeutung des Lebens an sich. Viel mehr passiert nicht – doch genau das macht die Schönheit von The Straight Story aus.

Dass das poetische Road Movie so authentisch wirkt, kommt nicht von ungefähr. Schließlich basiert der Film auf einer wahren Geschichte: Der echte Alvin Ray Straight machte sich 1994 auf die bedeutungsvolle Rasenmäher-Reise.

The Straight Story – Eine wahre Geschichte ist bei Amazon Prime und Maxdome verfügbar (Links zu Anzeigen).

Wahre Geschichten faszinieren dich? Dann lies dir am besten die realen Hintergründe zum Film Lords of Chaos oder der Netflix-Serie Dirty John durch.

Thelma & Louise: Freundinnen auf Alltagsflucht

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, der Eintönigkeit seines Lebens zu entfliehen und sich kopfüber in ein Abenteuer zu stürzen? Die Freundinnen Thelma & Louise, die sich problemlos zu den außergewöhnlichsten und inspirierendsten Filmheldinnen zählen dürfen, wagen im gleichnamigen Road Movie diesen Schritt. Sie lassen Arbeits- und Privatleben hinter sich und düsen im Ford Thunderbird-Cabrio Richtung Freiheit.

Aus Spaß wird jedoch bitterer Ernst, als Thelma unterwegs beinahe von einem Mann vergewaltigt wird und Louise den Angreifer erschießt. Da sie befürchten, wegen Mordes im Gefängnis zu landen, beschließen sie, gemeinsam nach Mexiko zu fliehen.

Susan Sarandon und Geena Davis in Thelma & Louise

Louise (Susan Sarandon) und Thelma (Geena Davis) genießen ihre Zweisamkeit. | © 20th Century Fox

Während die Polizei hinter ihnen her ist, fahren die beiden Frauen quer durch den Süden der USA und gewinnen mit jeder Meile ein Stück Unabhängigkeit zurück. Gleichzeitig mutieren Thelma und Louise aber auch mehr und mehr zu Gesetzlosen, die unweigerlich ihrem tragischen Ende entgegensteuern.

Geena Davis (Beetlejuice) und Susan Sarandon (Dead Man Walking) liefern als (Anti-)Titelheldinnen eine Glanzvorstellung ab und wurden verdientermaßen jeweils für den Oscar nominiert. Dank ihnen fiebert man jederzeit mit den Protagonistinnen mit und sehnt sich ganz automatisch nach einem ähnlichen (aber weniger gefährlichen) Road Trip mit der besten Freundin.

Thelma & Louise ist bei Amazon Prime verfügbar (Link zur Anzeige).

25 km/h: Mit dem Mofa quer durch Deutschland

Auch im deutschen Kino sind Road Movies unter Regisseuren sehr beliebt. Die Komödie 25 km/h gehört hierzulande zu den ganz besonderen Vertretern des Genres. Darin raufen sich die entfremdeten Brüder Christian und Georg auf der Beerdigung ihres Vaters nach vielen Jahren wieder zusammen und brechen zu einer spontanen Deutschlandreise auf. Dafür nutzen sie ihre alten Mofas aus der Jugend, die sie vom Schwarzwald über Berlin bis an die Ostsee bringen. Damit gehören sie zweifellos zu den coolsten Geschwisterpaaren der Filmgeschichte.

Dass 25 km/h trotz seiner nicht unbedingt originellen Idee so wunderbar funktioniert, liegt vor allem an dem geerdeten Drehbuch und den beiden grandiosen Hauptdarstellern.

Bjarne Mädel in 25 Km/h.

Bjarne Mädel in 25 km/h | © Copyright 2018 Gordon Timpen / Sony Pictures Releasing GmbH / Sunny Side Up GmbH

Lars Eidinger (Werk ohne Autor) und Bjarne Mädel (Stromberg) gehen nicht nur optisch locker als Bruder-Duo durch. Wie sie vor der Kamera agieren – mal herzlich, mal bockig, aber immer sympathisch – wirkt einfach so authentisch, dass man sich unweigerlich beim dauerhaften Schmunzeln erwischt.

Zugleich nimmt Regisseur Markus Goller (Friendship!) die Gefühle seiner Figuren ernst und nutzt die wilde Reise nicht als Rampe für billige Gags. Christian und Georg kämpfen mit ganz normalen Problemen und müssen während ihrer Tour entscheiden, welche Art Mensch sie sein wollen. Ihr Road Trip wird damit zur emotionalen Achterbahnfahrt, voll von urkomischen und warmherzigen Momenten. Nebenbei erinnert der Film daran, dass es auch in Deutschland umwerfende Orte und Landschaften gibt.

25 km/h läuft derzeit noch in den deutschen Kinos.

Lars Eidinger ist mittlerweile auch in Hollywood gefragt. Derzeit ist er im Disney-Remake Dumbo zu sehen, der zu den besten Filmen von Regisseur Tim Burton gehört.

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