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Doug Jones und Sally Hawkins von Shape of Water - Das Flüstern des Wassers. © Twentieth Century Fox
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Doug Jones – Nicht erst seit Shape of Water ein unsichtbarer Superstar

Am 8. Januar kehrt die Netflix-Serie Star Trek: Discovery mit neuen Folgen aus der Winterpause zurück. Mit dabei ist wieder Doug Jones als Lieutenant Saru. Der Shape of Water-Star hat eine bewegte und einzigartige Karriere hinter sich.

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Es gibt Schauspieler, die überall und jederzeit erkannt werden. Jones ist kein Darsteller dieses Kalibers. Dabei stand der 57-jährige schon in über 150 Produktionen vor der Kamera. Sein Gesicht war allerdings nur selten zu sehen.

Denn Jones ist ein Unikat in Hollywood. Bei einer Körpergröße von 1,95 Meter wiegt der Schauspieler gerade einmal knapp 66 Kilogramm. Was ihn lange Zeit psychisch belastete, ist heute sein größtes Kapital. Denn sein ungewöhnlicher Körperbau inklusive angeborener Hypermobilität (extreme Beweglichkeit) brachte ihm zuletzt prominente Rollen wie die des Lieutenant Saru in der Netflix-Serie Star Trek: Discovery und des humanoiden Fischwesens in Guillermo del Toros hochgelobtem Shape of Water – das Flüstern des Wassers ein.

Sprungbrett Werbebranche

Jones Fähigkeit, seine Gliedmaßen ungewöhnlich stark überdehnen zu können, fiel bereits am College auf. So verkörperte er während seines Studiums Charlie Cardinal, das Maskottchen der Ball State University. Nebenbei arbeitete er als Schlangenmensch und Mime in einem Freizeitpark. Seine erste kleinere Rolle bekam er im Rahmen eines Werbespots für eine Jeansmarke, bei dem er sich in eine kleine Box zwängen musste.

Weltweit bekannt wurde Jones, oder besser gesagt, der von ihm gespielte Charakter, durch eine Werbekampagne der Fastfood-Kette McDonalds. Die insgesamt 27 „MacTonight“-Spots des Unternehmens liefen über drei Jahre weltweit. Jones verkörperte einen Mann mit einem riesigen Mond als Gesicht. Von der Gage kaufte er sich damals sein erstes Haus.

Jones‘ Schauspielkarriere verlief allerdings weniger erfolgreich. Sein Traum, einen „goofigen“ Charakter in einer Sitcom zu spielen, sollte sich vorerst nicht verwirklichen. Eher durch Zufall landete er seine erste Rolle in einer Hollywood-Produktion. Bei den Dreharbeiten zu Batmans Rückkehr sollte Jones dem zuständigen Stuntkoordinator seine Flexibilität demonstrieren. Danach teilte ihm Regisseur Tim Burton mit, dass er die Rolle habe. Auch wenn Jones nicht wusste, dass er vorsprach, nahm er das Angebot an und verkörperte im Film einen dünnen Clown, der zur Gefolgschaft von Batman-Widersacher Pinguin (Danny de Vito) gehörte.

Schicksalhafte Begegnung mit Guillermo del Toro

Seine nächste Rolle war der Zombie Billy Butcherson in Hocus Pocus – Drei zauberhafte Hexen. Die wohl wichtigste und einschneidendste Begegnung hatte Jones aber 1996 bei den Dreharbeiten zu Mimic – Angriff der Killerinsekten von Guillermo del Toro. Der mexikanische Regisseur erkannte schnell Jones‘ Talent, Figuren mit viel Make-Up und Silikon nicht nur zu spielen, sondern ihnen auch einen Charakter und eine Seele zu geben. Selbst die von Jones gespielte Riesenkakerlake beeindruckte del Toro.

Kein Wunder also, dass der Regisseur an Jones dachte, als er an der Comicverfilmung Hellboy arbeitete. Vorgesehen war der biegsame Schauspieler für die Rolle des Abe Sapien, einem amphibischen Lebewesen. Das aufwändige Make-Up und der enge Gummianzug mussten jeden Tag über 7 Stunden angelegt werden, was Jones extrem belastete. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch forderten die Dreharbeiten den damals 43-Jährigen heraus. Denn wegen seiner Verkleidung konnte er während der Drehpausen kaum mit seinen Mitdarstellern kommunizieren und fühlte sich größtenteils isoliert. Mit seiner Rolle hatte er sich inzwischen abgefunden:

Gummi auf meinem Gesicht zu tragen, ist kein Problem. Das zu tun, während mein Gehirn aktiv und präpariert für wichtige Dialoge sein muss – das ist eine harte Kombination. […] Ich musste eine kleine Depression überwinden, wobei ich mich fragte: „Bin ich dazu verdammt, Gummi und Kleber für den Rest meines Lebens zu tragen?“

Der Schlag ins Gesicht folgte, als del Toro Jones mitteilte, dass seine Figur nicht von ihm selbst, sondern von David Hyde Pierce synchronisiert werden würde. Jones nahm es hin und konzentrierte sich auf seine kommenden Projekte, die er ebenfalls mit del Toro umsetzen sollte.

Der Durchbruch dank Pans Labyrinth

Gleich zwei Rollen verkörperte Jones im Fantasy-Kriegsdrama Pans Labyrinth von del Toro. Neben dem Faun spielte der US-Amerikaner den Pale Man, der als eines der gruseligsten Filmmonster in die Geschichte einging. Dieses Wesen frisst im Film vorliebend Kinder und kann nur durch seine Augen sehen, die sich in seinen Handflächen befinden. Für die Rolle des Faun lernte Jones sogar das archaische Spanisch, in dem der Film gedreht wurde. Doch auch dieses Mal entschied sich del Toro, die Stimme seines Schauspielers neu synchronisieren zu lassen.

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Doug Jones als Waldschrat Pan… © Wild Bunch Distribution

Pans Labyrinth sollte der endgültige Durchbruch für Jones werden. Dazu trug die Tatsache bei, dass er der einzige US-Amerikaner in der Hauptbesetzung des Films war. Entsprechend wurde er zum Gesicht der Marketing-Kampagne in den USA und einem breiten Publikum auch ohne Maske bekannt. Spätestens, nachdem Pans Labyrinth bei der Oscar-Verleihung 2007 sechsmal nominiert und dreimal ausgezeichnet wurde, kannte ein Großteil der US-amerikanischen Öffentlichkeit seinen Namen.

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…und als Pale Man © Wild Bunch Distribution

Trotzdem musste Jones weiter darauf warten, dass auch seine Stimme Anerkennung bekam. Dasselbe Schicksal ereilte Jones bei der Comicverfilmung Fantastic Four: Rise of the Silver Sufer, in der er den chromfarbenen Surfer spielt. Die Stimme lieferte letztlich Laurence Fishburne, obwohl der zuständige Soundtechniker und die Darsteller Jessica Alba und Chris Evans von Jones Performance beeindruckt waren.

Bluten für die Rolle in Hellboy 2

Nicht nur zu sehen, sondern endlich auch zu hören war Doug Jones schließlich in der Hellboy-Fortsetzung Hellboy 2 – Die goldene Armee. Wieder verkörperte er Abe Sapien und steuerte dieses Mal auch die Stimme bei. In Erinnerung bleibt Jones aber vor allem für die Rolle des schrecklichen Angel of Death, für die er schwere mechanische Flügel tragen musste und seine körperliche Belastbarkeit auf eine harte Probe stellte. Del Toro zeigte sich erneut beeindruckt:

Ich habe ihn buchstäblich für eine Rolle bluten sehen. Der Angel of Death. Der Mechanismus, der die Flügel und die Augen der Kreatur bewegte, was so schwer, das er seine Haut durchbohrte, unter dem Kostüm, unter dem Make-Up, unter allem. Und Doug hat weitergemacht, bis wir diesen Tag beendet haben. Ich habe immerwährende Bewunderung dafür.

Sein Engagement sollte sich auszahlen. Über drei Staffeln verkörperte Jones verschiedene Aliens in der TV-Serie Falling Skies. Schließlich bekam er ein Angebot von Bryan Fuller, der für die Netflix-Produktion Star Trek: Discovery unbedingt mit Jones zusammenarbeiten wollte.

Die Rolle des Lieutenant Saru wurde größtenteils für ihn geschrieben, da zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung noch gar nicht klar war, welchen Charakter Jones spielen sollte. Der Schauspieler war wesentlich an der Entwicklung des außerirdischen Commanders der U.S.S. Discovery beteiligt und brachte auch beim Aussehen des Lieutenants seine Erfahrung mit Kostümen vor der Kamera ein.

Ein stummes Fischwesen in Shape of Water

Seine bisher größte Rolle spielt Jones im neuesten Film von Guillermo del Toro, der am 15.02.2018 in die deutschen Kinos kommt. Shape of Water – Das Flüstern des Wassers ist das sechste Projekt des mexikanischen Regisseurs, in dem Jones mitwirkt. Hier verkörpert der US-Amerikaner einen Fischmenschen, der nicht sprechen kann und mit einer stummen Putzfrau (Sally Hawkins) kommuniziert. Dabei entwickelt sich eine romantische Beziehung, was die Herausforderung für Jones und seine Partnerin deutlich erschwerte.

Er ist der romantische Führer des Films. […] Guillermo wollte, dass er sexy ist. [Ich musste] dieses wilde Tier verknüpfbar, zugänglich und liebenswürdig darstellen, so dass nicht nur Sally Hawkins‘ Charakter sich darin verliebt, sondern auch das Publikum.© Twentieth Century Fox

Offizielles Filmposter zu The Shape of Water © Twentieth Century FoxDie Mühe zahlte sich aus, denn Shape of Water – Das Flüstern des Wassers überzeugte die Kritiker voll und ganz, wurde für sieben Golden Globes nominiert und gilt bereits als einer der Favoriten auf die Auszeichnung des besten Films bei der kommenden Oscar-Verleihung. Aktuell steht Jones für die Neuverfilmung des Klassikers Nosferatu vor der Kamera, die 2018 erscheinen soll und von David Lee Fisher (The Cabinet of Dr. Caligari) umgesetzt wird.

Wo ihr Doug Jones sehen könnt

Wollt ihr die wohl einzigartige Karriere von Jones auch am heimischen Bildschirm nacherleben? Den ersten größeren Auftritt als gruseligen Clown in Batmans Rückkehr könnt ihr als Video-on-Demand (VoD) bei Maxdome und in der Unitymedia-Videothek sehen. Den liebenswerten Zombie Billy Butcherson in Hocus Pocus – Drei zauberhafte Hexen sehen Sky-Kunden im Rahmen ihres Abonnements bei Sky Ticket sowie bei Sky Go.

Als Kakerlake mit Charakter ist Jones in Mimic – Angriff der Killerinsekten ebenfalls im Abo bei Sky Ticket und Sky Go abzurufen. Die erste Hauptrolle als Abe Sapien in Hellboy und die beeindruckende Doppelrolle als Faun und Pale Man in Pans Labyrinth gibt es als VoD bei Maxdome. Abonennten von Maxdome und Netflix können Jones in Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer im Rahmen ihres Abos oder als VoD im Sky Store sehen. Darüber hinaus läuft Fantastic Four im Rahmen des Sky Cinema Pakets auch im linearen Programm.

Wenn ihr dann immer noch nicht genug von Jones habt, rufen Netflix-Abonnenten Hellboy 2 – Die goldene Armee im Rahmen ihres Abos ab. Bei Maxdome und Netflix gibt es die Comicfortsetzung als VoD.

Wer Jones in Serienform erleben möchte, findet alle Staffeln von Falling Skies auf Netflix und die ersten beiden Staffeln als VoD bei Maxdome. Ab dem 8. Januar gibt es außerdem neue Folgen von Star Trek: Discovery exklusiv für Netflix-Abonnenten.

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Jahrgang 1986, geboren und aufgewachsen in Osnabrück. Interessiert an allem, was mit Comics, Science-Fiction und Fantasy zu tun hat. Außerdem sportverrückt, egal ob Fußball, American Football, Rugby, Basketball oder Tennis. Facial Hair-Buddy von Tony Stark und Steven Strange!

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