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Auch sieben Jahre nach der Katastrophe ist Antonia (Jella Haase) immer noch unfähig, ein normales Leben zu führen © WDR/Alexander Fischerkoesen,
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Filme

Das Leben Danach: Jella Haase verarbeitet die Duisburger Loveparade

Die schrille Chantal beförderte Jella Haase mit Fack ju Göhte nicht nur an die Spitze der Kino-Charts, sondern erregte auch die Aufmerksamkeit und Herzen der Zuschauer. Als Marleen füllt sie derzeit auf der großen Leinwand ihr Vielmachglas. Doch auch auf dem Fernsehbildschirm überzeugt die 25-Jährige im Katastrophendrama Das Leben Danach.

Auf der Kinoleinwand mimt Jella Haase aktuell die antriebslose Marleen. Zur Enttäuschung ihrer Eltern jobbt sie lieber in einem Kino, als sich dem Studium zu widmen. Da hilft es auch nicht, dass ihr ohnehin erfolgreicher Bruder Erik (Matthias Schweighöfer) nun auch noch beginnt, Bücher zu schreiben.

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Im Gegensatz zu ihrer Figur in Vielmachglas war sich Haase jedoch schon früh sicher, was die Zukunft bringt: „Ich wollte schon Schauspielerin werden, als ich in der Grundschule das erste Mal auf der Bühne stand […].“ Antriebslos ist die Nachwuchsschauspielerin offensichtlich ganz und gar nicht. Vor allem aber kann sie mehr als nur lustig, wie sie in Das Leben Danach unter Beweis stellt.

Das Leben Danach: Die Realität eines Opfers

Der Fernsehfilm Das Leben Danach thematisiert die Folgen der Loveparadekatastrophe von Duisburg. Im Zentrum steht Antonia (Jella Haase), von allen nur Toni genannt. Kurz vor dem Abitur kommt Toni das Feiern auf einem der größten Musikfestivals gerade recht. Wer konnte ahnen, dass es 2010 in einer Massenpanik enden würde. Die erlebt der Zuschauer im Film hautnah mit.

Selbst sieben Jahre später lassen Toni die Panikattacken, Albträume und Schuldgefühle nicht los. Als sie eines Nachts das Erlebte einholt, verwüstet sie die Gedenkstätte an der Rampe. Auf der Flucht steigt sie in das Taxi von Sascha (Carlo Ljubek). Die beiden kommen sich schnell näher, bis Toni Sascha als Lügner enttarnt.

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Ein traumatisches Erlebnis verändert Tonis komplette Zukunft | © WDR/Alexander Fischerkoesen

Uraufführung hatte Das Leben Danach beim Filmfest München und lief anschließend in der Rubrik FilmMittwoch am 27. September 2017 im Ersten. Ähnlich wie schon die Jugendserie Wishlist der Öffentlich-Rechtlichen, will Das Leben Danach nicht belehren, nach Sensation haschen oder verurteilen. Der Film zeigt sogar die Perspektive eines vermeintlich Schuldigen.

Das Leben Danach bewegt. Tonis scheinbar aussichtslose Situation, die sich in ihre Hilflosigkeit und Wut verrannt hat, weder Menschenmassen noch die Farbe Pink erträgt, wird nicht zuletzt durch die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin Jella Haase getragen.

Die Rampe: Was wirklich geschah

Am 24. Juli 2010 kamen bei der Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg 21 Menschen ums Leben. Hunderte weitere tragen die traumatischen Ereignisse Tag um Tag mit sich herum. Die Aufarbeitung des Unglücks ist auch nach über sieben Jahren weit davon entfernt, abgeschlossen zu sein.

Der damalige Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und der Chef des Veranstalters Lopavent, Rainer Schaller, wurden schnell beschuldigt, doch sie gehören nicht zu den Angeklagten. Seit dem 8. Dezember 2017 stehen stattdessen vier Mitarbeiter des Veranstalters und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg in einem der größten Strafprozesse der deutschen Nachkriegszeit vor Gericht.

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Toni (Jella Haase) scheint sich nur dem Taxifahrer Sascha (Carlo Ljubek) anvertrauen zu können. | © WDR/Alexander Fischerkoesen

Zwar liegt der ARD/WDR-Produktion ein wahres Ereignis zu Grunde, dennoch sind die Figuren und Ereignisse im Film frei erfunden. Das Leben Danach ist vor allem ein menschlicher Film, der sich der Frage stellt, was ein solch traumatisches Erlebnis mit einem jungen, sorglosen Menschen anstellt. Einfach mal eben so ins normale Leben zurückfinden, das sei ein Ding der Unmöglichkeit, sagt Jella Haase im Interview. Auch der Film lässt daran kein Zweifel, dennoch ist das Leben nach der Katastrophe nicht in Stein gemeißelt.

Am Ende des Tunnels winkt ein Licht.

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Melanie Schöppe
Autor(in): Melanie Schöppe
Melanie ist in einem wahren Full House groß geworden. Ein Harry-Potter-Marathon mit den zauberhaften Schwestern oder ein Gossip Girl-Abend mit den Friends wird für sie nur noch durch den perfekten Soundtrack abgerundet.

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