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BlacKkKlansman: Wie ein Afro-Cop den Ku Klux Klan infiltrierte

Filmliebhaber aufgepasst: Mit Spike Lees BlacKkKlansman startet bei Sky Cinema ab dem 4. Mai um 20:15 Uhr einer der lustigsten aber auch kritischsten Filme des letzten Jahres! Wir verraten, was die Krimikomödie auf unglaublichen aber wahren Begebenheiten zu einem echten Lieblingsfilm macht.

Filmemacher Spike Lee eröffnete sein 1992er-Biopic Malcolm X über den gleichnamigen militanten Schwarzenführer mit Bildern aus der (damaligen) Gegenwart: Lee zeigt, unterlegt mit einer kämpferischen Malcom X-Rede, die weltberühmt gewordenen Amateur-Aufnahmen, wie Polizisten des LAPD den schwarzen Rodney King brutalst verprügeln, was im Jahr 1992 sechstägige Unruhen mit 53 Toten in Los Angeles auslöste.

Kino-Aktivist Spike Lee führt seit eh und je einen Kampf für die Schwarzen gegen das weiße Establishment in seinem Heimatland, den USA. Dabei eckte er immer wieder mit Filmen wie She´s Gotta Have It von 1986, den er 2017 als Netflix-Serie Nola Darling neu auflegte, an. Mit Malcolm X machte er Denzel Washington endgültig zum Superstar, der ein Jahr darauf im Aids-Drama Philadelphia an der Seite des oscarprämierten Tom Hanks groß aufspielte.

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Adam Driver und John David Washington in BlacKkKlansman | © Universal Pictures Germany

Im Jahr 2018 legt Spike Lee wieder einen höchst unterhaltsamen, kämpferischen und politischen Film vor: die wahre aber unfassbar anmutende Geschichte der Krimi-Komödie BlacKkKlansman mit John David Washington, dem Sohn von Denzel Washington, in der Hauptrolle.

BlacKkKlansman: Afro-Cop infiltriert den KKK per Telefon

Ron Stallworth (John David Washington) wird in den Siebzigerjahren der erste schwarze Beamte im Colorado Springs Police Department. Zunächst undercover bei Veranstaltungen der Black Power-Bewegung eingesetzt, stellt Stallworth eines Tages spontan telefonisch Kontakt zum Ku-Klux-Klan her – und hat sogar prompt David Duke höchstpersönlich (Topher Grace, Die wilden Siebziger) an der Strippe, den Grand Wizard des KKK.

Topher Grace als David Duke | © Universal Pictures Germany

Auf diese Weise gelingt es Stallworth, die für ihre brennenden Kreuze und weißen Kapuzen bekannten Rassisten zu infiltrieren; er wird am Telefon zum Mitglied. Nur bei persönlichen Treffen muss der Polizist von seinem weißen Kollegen Flip Zimmerman (Adam Driver) gedoubelt werden. Gemeinsam kommt das Duo terroristischen Anschlagsplänen des KKK auf die Spur – während sich Stallworth privat mit Black Power-Aktivistin Patrice Dumas (Laura Harrier) zu treffen beginnt…

Newcomer John David Washington: Vorsprechen überflüssig

BlacKkKlansman-Hauptdarsteller und Shootingstar John David Washington ist auf Umwegen zur Schauspielerei gekommen. Der Sohn von Hollywood-Superstar Denzel Washington (dem er übrigens nicht sonderlich ähnlich sieht) strebte zunächst eine Karriere als Football-Spieler an und schaffte es bis ins Trainingsteam der St. Louis Rams, eines NFL-Clubs.

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John David Washington als Ron Stallworth | © Universal Pictures Germany

Doch ein Achil­les­seh­nen-Riss setzte Washingtons Profikarriere ein jähes Ende. Anschließend sprach er für die im Football-Milieu angesiedelte Dwayne Johnson-Serie Ballers vor und ergatterte die Nebenrolle des Ricky Jerrett.

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Spike Lee macht (schwarze) Stars

Spike Lee hat schon zahlreichen schwarzen Schauspielern zum großen Durchbruch verholfen: Zu ihnen zählen unter anderem Samuel L. Jackson (in School Daze), Mekhi Phifer (in Clockers), Giancarlo Esposito („Mr. Los Pollos Hermanos“ Gus Fring aus Breaking Bad, Durchbruch in School Daze), und Halle Berry (in Jungle Fever).

Dann kam BlacKkKlansman. Spike Lee schickte John David Washington die Memoiren des echten Ron Stallworth zur Lektüre und Begutachtung zu. Als dieser sein Okay gab, entgegnete Lee lediglich: „Alles klar, cool. Wir sehen uns diesen Sommer [zu den BlacKkKlansman-Dreharbeiten].“ Vorsprechen musste Washington für die Rolle nicht.

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Adam Driver als „richtiger Weißer“ | © Universal Pictures Germany

Für den 34-jährigen John David Washington ist die Figur Ron Stallworth die bisher eindeutig bedeutendste Rolle seiner Karriere. Kritiker bescheinigen Washington eine ähnlich magnetische Anziehung, wie sie auch sein Vater Denzel vor der Kamera ausübt.

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Spike Lee vs. Donalds Trumps Amerika

In BlacKkKlansman fallen Sätze wie „America First“, die man auch von US-Präsident Donald Trump kennt. Spike Lee hat in den Abspann des Films Aufnahmen der rechtsextremen Demonstrationen in Charlottesville 2017 montiert, in deren Anschluss ein Neonazi mit seinem Auto in Gegendemonstranten fuhr und eine Frau tötete.

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Ron Stallworth observiert den KKK | © Universal Pictures Germany

So schließt sich auch der Kreis zum eingangs erwähnten Malcolm X aus dem Jahr 1992. Rassismus gab es damals wie heute, erzählt uns Spike Lee, und nie war diese Botschaft dringlicher als im Jahr 2018 mit einem offenkundigen Rassisten im Weißen Haus

Jedoch ist BlacKkKlansman keine trockene Lehrstunde, sondern gleichzeitig ein hochunterhaltsames Period Piece, das in seiner Machart auch an 70er Jahre-Copfilme und Blaxploitation à la Super Fly und Shaft erinnert, jene schlicht coole Filmbewegung, in der Schwarze in den 70er Jahren (endlich) die Helden sein „durften“.

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Robert Laubenthal
Redakteur für QUADRATAUGE – Festangestellt bei der Webedia-Group, zu der auch die Filmportale moviepilot.de und filmstarts.de gehören. | Berufserfahrung: War vor QUADRATAUGE als Redakteur bei den Filmportalen moviepilot.de und filmstarts.de tätig, sowie bei Sleaze. | Ausbildung: Freie Universität Berlin | Was er über seine Leidenschaft sagt: In meiner Jugend kamen Fight Club, Big Lebowski und Matrix raus. Da hatte ich keine Wahl. Ich musste einfach was mit Film machen.

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